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15.01.2003

16:10 Uhr

Kein Kommentar zu LSE-Übernahmegerücht

Deutsche Börse schweigt beharrlich

Die Deutsche Börse AG hat am Mittwoch erneute Gerüchte über ein angeblich bevorstehendes Übernahmeangebotes für die Londoner Börse LSE nicht kommentieren wollen.

Reuters FRANKFURT. "Die Deutsche Börse beteiligt sich nie an Spekulationen", sagte ein Sprecher der Börse. Auch die LSE schwieg. "Es gibt das Gerücht, dass die Deutsche Börse den Konkurrenten LSE übernehmen und mehr als den aktuellen Börsenpreis bieten will", sagte ein Händler. Genannt wurde von verschiedenen Quellen in Frankfurt und London ein Preis von 420 Pence. Die Aktien der LSE notierten am Mittwochnachmittag fast sechs Prozent fester bei 345 Pence. Die Papiere der Deutschen Börse gaben hingegen bei hohen Umsätzen 4,4 Prozent auf 34,60 Euro ab und näherten sich damit ihrem Ausgabepreis von 33,50 Euro vom Februar 2001.

Seit dem vor zwei Jahren gescheiterten Fusionsprojekt der Frankfurter und der Londoner Börse gibt es immer wieder Spekulationen über eine Übernahme. Zuletzt war im vergangenen Sommer über einen Kauf der LSE durch den Konkurrenten Deutsche Börse spekuliert worden. "Jeder spricht mit jedem über mögliche Fusionen oder Kooperationen", lautet seit langem die Einschätzung von Branchenkennern zu einer Konsolidierung der europäischen Börsenlandschaft.

Analysten und Fondsmanager zeigten sich zunächst skeptisch, wollten einen solchen Schritt der Börse jedoch nicht ausschließen. Tim Albrecht, Fondsmanager bei der DWS, sagte: "Ich habe das Gerücht auch gehört, dass sie möglicherweise an der Londoner Börse interessiert sind, aber es scheint sich mir mehr um Gerede zu handeln." Analysten verwiesen darauf, dass die LSE bei einem Preis von 420 Pence, was einem Aufschlag von fast 30 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Dienstag bedeutet, sehr teuer bezahlt wäre. "Ich denke, dass so etwas durchaus möglich ist, aber die Beteiligten haben keine Eile", sagte ein in London ansässiger Analyst.

Parallel zur Eroberung und Verteidigung von Marktanteilen in Europa arbeiten die großen europäischen Wettbewerber wie die Deutsche Börse, die Vierländerbörse Euronext und die LSE auch an einer Expansion in Übersee. So wird die Euronext wohl mit ihrer auf Derivate spezialisierten Tocher Liffe die Deutsche Börse als Partner der Chicago Board of Trade (CBoT) ablösen. Die zur Börse gehörende weltgrößte Derivatebörse Eurex strebt nun den Aufbau einer eigenen Börse in den USA an. Eurex-Chef Rudolf Ferscha hatte zuletzt in einem Reuters-Interview eine Übernahme in den USA nicht ausgeschlossen.

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