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31.01.2003

11:36 Uhr

Kein Kommentar zu möglicher Buderus-Übernahme

Bosch vor weiterem Jahr der Stagnation

Der Automobilzulieferer und Elektrokonzern Bosch zeigt wenig Optimismus für das Jahr 2003. "Es droht ein weiteres Jahr der Stagnation, sagte Bosch-Chef Hermann Scholl am Donnerstagabend in Stuttgart unter Hinweis auf die schlechte Konjunktur. Der Umsatz werde in etwa das Vorjahresniveau erreichen. 2002 hat Bosch rund 35 Milliarden Euro Umsatz erzielt. Das waren knapp drei Prozent mehr als im Vorjahr.

HB/dpa STUTTGART. Das operative Ergebnis werde voraussichtlich auf der Höhe des Jahres 2001 (1,4 Mrd Euro) liegen, teilte Scholl weiter mit. Der starke Euro bereitet dem weltweit zweitgrößtem Automobilzulieferer Kopfschmerzen. Schon 2002 schlug dies beim Umsatz mit 2,5 Prozent negativ zu Buche, für 2003 würde es ohne Währungseffekte ein Umsatzplus von 3,5 Prozent geben.

Gravierende Auswirkungen könnte ein möglicher Irak-Krieg auf die Automobilproduktion haben. Bosch rechnet zwar mit einem leichtem Wachstum von weltweit einem Prozent, aber nur unter der Voraussetzung, dass es zu keinem Krieg kommt. Eine kriegerische Auseinandersetzung könnte stark steigende Ölpreise und Ausschläge von bis zu minus zehn Prozent bei der Autoproduktion in einem Quartal zur Folge haben.

In der Kraftfahrzeugtechnik konnte Bosch trotz der rückläufigen Automobilproduktion in Westeuropa, dem größten Markt, den Umsatz mit 23,3 Milliarden Euro auf Vorjahreshöhe halten. Erfreut zeigte sich der Chef der Robert Bosch GmbH über einen milliardenschweren Großauftrag von General Motors in den USA. Bosch wird von 2006 an das komplette Bremssystem für eine neue Generation von Light Trucks liefern. Der Auftrag hat ein Volumen von fünf Milliarden Euro.

Nordamerika ist für Bosch ein wichtiger Zukunftsmarkt. Scholl verdeutlichte dies daran, dass Bosch in Europa pro produziertem Auto einen durchschnittlichen Umsatz zwischen 500 und 600 Euro erzielt. In den USA liege dieser Wert erst bei 250 Euro. "Außerdem wollen wir mit aller Kraft den Diesel populär machen". Die Stuttgarter sind mit großem Abstand Weltmarktführer bei modernen Dieseleinspritzsystemen.

Zu einer möglichen Übernahme des Heizungsbauers Buderus wollte sich Scholl nicht äußern. Bosch hatte bereits vor einem Jahr erfolglos einen Übernahmeversuch gestartet und zu Jahresanfang seinen Anteil an Buderus auf 13,35 Prozent erhöht. Das hatte neue Übernahmespekulationen entfacht. Die Strategie von Bosch, die Abhängigkeit von der Automobiltechnik zu verringern, hat auch 2002 Wirkung gezeigt. Der Anteil der Autotechnik ist auf 67 Prozent zurückgegangen, vor zwei Jahren lag er noch bei 71 Prozent. Die Industrietechnik macht jetzt elf Prozent vom Umsatz aus. Die Gebrauchsgüter/Gebäudetechnik (Umsatz 2002: 7,7 Mrd Euro) erlösen 22 Prozent des Umsatzes.

Bosch beschäftigte Anfang 2003 weltweit rund 225 000 Mitarbeiter, davon 123 000 im Ausland (55 Prozent). Dies waren etwa so viel wie ein Jahr zuvor. Für erforderliche Anpassungen in diesem Jahr will Bosch vor allem die vorhandene Flexibilisierungsmöglichkeiten nutzen. Ein größerer Personalabbau sei nicht zu erwarten, außer den bereits bekannten 830 Arbeitsplätzen, die im Bosch-Werk Hildesheim schrittweise nach Ungarn verlagern will.

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