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15.01.2002

19:23 Uhr

Kein Parteitagsvotum geplant

Grüne wollen Fischer zum Spitzenkandidaten erklären

Die Grünen wollen Außenminister Joschka Fischer nach Angaben aus Parteikreisen erstmals förmlich zum Spitzenkandidaten ihrer Partei für die Bundestagswahl küren. Fischer solle dem Parteirat in der nächsten Sitzung am Montag als "Primus inter pares" (Erster unter Gleichen) eines Wahlkampfteams vorgeschlagen und durch eine Abstimmung bestätigt werden, hieß es in den Kreisen am Dienstag. Darauf habe sich der Parteivorstand verständigt.

Joschka Fischer. Foto: ap

Joschka Fischer. Foto: ap

Reuters BERLIN. Allerdings solle sich Fischer nicht einem Parteitagsvotum stellen. Nach Darstellung der "Berliner Zeitung" reagieren die Grünen damit auf die Kanzlerkandidatur von Edmund Stoiber (CSU).

Fischer solle als "Repräsentant der Machtfrage" deutlich machen, dass die Grünen an der Seite von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) weiter regieren wollten, berichtete die Zeitung vorab aus ihrer Mittwochausgabe. Um Fischer herum solle eine Gruppe weiterer Spitzenpolitiker bestimmte Sachthemen vertreten. Dies seien voraussichtlich Verbraucherministerin Renate Künast und Umweltminister Jürgen Trittin sowie die Parteivorsitzenden Claudia Roth und Fritz Kuhn.

Fischer hatte bereits die vergangene Bundestagswahl de facto als Spitzenmann der Grünen bestritten. Gegen eine förmliche Spitzenkandidatur waren in der Partei Bedenken laut geworden, dass durch eine Personalisierung des Wahlkampfes Sachthemen in den Hintergrund treten könnten. Befürworter indes sehen in einer Spitzenkandidatur ein förmliches Signal der Partei, dass sie hinter Fischer stehe. Sie hoffen, dass sich die Popularität Fischers in Umfragen in Wählerstimmen für die Partei überträgt.

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