Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.01.2003

20:50 Uhr

Keine Absage wie beim ersten Golfkrieg

Rosenmontagszüge rollen auch bei Krieg

Die Narren an Rhein und Main wollen im Falle eines US-Angriffs gegen den Irak nicht auf ihre Rosenmontagszüge verzichten. Auch wenn am 3. März am Persischen Golf Krieg herrsche, sollen in den Karnevalshochburgen Millionen Menschen feiern können.

HB/dpa KÖLN/MAINZ. Eine Absage wie beim Golfkrieg 1991 werde es nicht geben, sagte der Vorsitzende des Mainzer Carneval Vereins, Werner Mundo, am Donnerstag. Die Verantwortlichen in Düsseldorf und Köln betonten ebenfalls, die Züge fänden auch im Kriegsfall statt.

Im Rückblick sei die Absage 1991 Unfug gewesen, sagte Mundo. Für einige kleinere Karnevalsvereine hätte sie fast das Aus bedeutet. Außerdem sei immer irgendwo Krieg. Wenn man deswegen ständig die Feiern absage, wäre die Fassnacht gestorben, sagte Mundo.

In Düsseldorf hieß es, der Zug werde nur im Falle einer Katastrophe wie der vom 11. September 2001 ausfallen. "Aber auch nur, wenn es angeordnet wird", sagte ein Sprecher vom Comitee Düsseldorfer Carneval. In Zeiten, in denen es den Menschen schlecht gehe, seien ein paar ausgelassene Tage notwendig. "Die Menschen wollen einfach abschalten und feiern."

Der Kölner Zugleiter Alexander Chiari sagte: "Das Thema Irak spielt bei unserem Rosenmontagszug überhaupt keine Rolle. Wir feiern Karneval." Es gebe Themen wie Krieg oder auch den Papst, die für die Umzüge völlig ungeeignet seien. Auch wenn es zu einem militärischen Konflikt in der Golf-Region kommen sollte, werde Köln die bereits lange geplanten Züge nicht absagen.

Auch in Sachsen-Anhalt wollen die Karnevalisten den Höhepunkt der fünften Jahreszeit feiern: "Wir werden auch nicht im Falle eines Krieges im Irak auf den Karneval verzichten, es sei denn, es gibt ein generelles Verbot", sagte der Präsident des Karneval-Landesverbandes in Dessau, Jürgen von der Heydt. Der Präsident des Landesverbandes Thüringer Karnevalvereine, Michael Danz, sagte, bei einem Krieg müsse überlegt werden, wie sich der Konflikt auf die Feiern auswirke. "Absagen wären sehr schade, denn es ist schon viel in die Vorbereitungen investiert worden." In Sachsen-Anhalt und Thüringen sind jeweils rund 20 000 Karnevalisten in Vereinen organisiert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×