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02.05.2003

11:40 Uhr

Keine Abstriche am A380

Airbus bereitet sich auf Krise vor

Die deutsche Airbus-Organisation reagiert auf die Krise in der internationalen Luftfahrt, will aber keine Abstriche an dem ehrgeizigen Projekt des Großraum-Flugzeugs A380 vornehmen. "Der Luftverkehr, von dem wir leben, ist dramatisch zurückgegangen", sagte Gerhard Puttfarcken, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Airbus Deutschland GmbH, am Freitag in Hamburg.

HB/dpa HAMBURG. Neben der allgemeinen Wirtschaftslage gebe es spezielle Gründe für die Branche, die zu einem Rückgang der Nachfrage nach Flugzeugen führten. Dazu zählte Puttfarcken die Folgen des 11. September 2001, die noch nicht verwunden seien, den Irak-Krieg und die Lungenkrankheit SARS.

Im laufenden Jahr würden voraussichtlich weltweit nur 600 Flugzeuge ausgeliefert, sagte der deutsche Airbus-Chef. Im Jahr 1999 seien es dagegen mehr als 900 gewesen. "Die vergangenen fünf Jahre waren eine beispiellose Erfolgsstory", sagte Puttfarcken. "Wir sind jetzt auf Augenhöhe mit Boeing." Da die Flugzeugbranche langfristig ein wachsender Markt sei, werde man auf den erwarteten Rückgang der Nachfrage nicht mit Entlassungen reagieren. "Wir müssen uns Krisen und Marktschwankungen schnell anpassen können", sagte er. Es mache keinen Sinn, qualifizierte Mitarbeiter zu entlassen, die im nächsten Aufschwung des Marktes wieder gebraucht würden.

Unternehmensleitung, Betriebsrat und Tarifparteien haben sich auf ein flexibles System verschiedener Arbeitszeitkonten für die 17 000 Mitarbeiter in Deutschland sowie den Einsatz von Leiharbeitern verständigt. "Mit dieser Vereinbarung ist das Gespenst von betriebsbedingten Kündigungen in der Krise vertrieben", sagte Betriebsratsvorsitzender Peter Zimmermann. Damit sei unter Beweis gestellt, dass auch unter den deutschen Rahmenbedingungen flexible Lösungen möglich seien. "In Europa ist die deutsche Airbus im Konzern am flexibelsten", sagte Zimmermann, der auch dem europäischen Betriebsrat der Airbus-Muttergesellschaft EADS vorsteht.

An den geplanten Investitionen für das Großraum-Flugzeug A380 mit 555 Sitzplätzen will Airbus keine Abstriche vornehmen. "Das Projekt ist so groß, dass wir es nicht je nach Konjunkturlage stoppen und wieder anschieben können", sagte Puttfarcken. Entsprechend plane Airbus Deutschland, das eigene Personal in diesem Jahr um rund 600 Mitarbeiter auf 17 600 aufzustocken. Der A380 soll 2005 zu seinem Erstflug starten und ab 2006 im kommerziellen Flugverkehr eingesetzt werden. Bislang sind 103 Maschinen fest verkauft. Gegenwärtig produziert Airbus monatlich rund zehn Flugzeuge der kleineren Modellreihen A318, A319 und A321 in Deutschland.

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