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09.06.2000

14:12 Uhr

Keine Angaben über Ergebnis- oder Umsatzwachstum im laufenden Jahr

Internetdienstleister BOV will mit Geld von der Börse im Ausland expandieren

Der Internetdienstleister BOV AG aus Essen plant, an der Börse frisches Kapital für eine Einkaufstour in Europa einzusammeln.

Reuters FRANKFURT. Mehr als die Hälfte des Erlöses aus dem Gang an den Neuen Markt solle für Zukäufe eingesetzt werden, sagte Vorstandschef Kay Mühlenbruch. Ziel sei es, zu den führenden Internet-Dienstleistern in Europa zu gehören. Die Aktien des seit seiner Gründung vor acht Jahren profitabel arbeitenden Unternehmens sollen am 21. Juni erstmals am Frankfurter Neuen Markt gehandelt werden.

BOV begleitet nach Worten Mühlenbruchs große Unternehmen aus der sogenannten "Old Economy" auf ihrem Weg zum digitalen Marktplatz. Dabei biete das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette von den Dienstleistungen über eigene Software und der Programmierung bis hin zur Nachbetreuung an. Unter den Kunden seien Firmen unterschiedlicher Branchen wie Ericsson, die Barmer Ersatzkasse, die Sparkassen oder RWE.

Bislang sei das Unternehmen mit fünf Niederlassungen nur in Deutschland vertreten, erziele jedoch durch die Kundenbetreuung vor Ort bereits drei bis vier Prozent des Umsatzes im Ausland. Das europäische Ausland will BOV nach dem Börsengang durch Übernahmen erobern. "Wir waren in der Vergangenheit gehandicappt, da komplett eigenfinanziert", sagte Mühlenbruch. Durch den Börsengang könnten sie nun aber expandieren. Für die Zukunft seien zwei bis drei Zukäufe im Jahr geplant, zunächst in Großbritannien und Frankreich, da die Internetnutung dort besonders hoch ist. Darüber hinaus sei jedoch auch das deutschsprachige Ausland ein Ziel.

Zeichnungsfrist beginnt am 14. Juni

In der Zeit vom 14. bis zum 19. Juni will BOV den Angaben zufolge unter Führung der WestLB bis zu 2,3 Mill. Aktien zum Kauf anbieten, von denen zwei Mill. Papiere aus einer Kapitalerhöhung stammten. Nur die Mehrzuteilungsoption von 300 000 Aktien würden die Altaktionäre abgeben. Nach dem Börsengang werde sich der Streubesitzanteil nach einer vollständigen Platzierung der Reserve auf 27,5 % belaufen. Der Anteil der drei Unternehmensgründer, zu denen auch Mühlenbruch gehört, werde sich auf 50,5 von derzeit knapp 75 % verwässern.

Im vergangenen Geschäftsjahr hat BOV den Angaben zufolge unter Berücksichtigung der Ende 1999 erworbenen LUW Software AG 39,4 Mill. DM umgesetzt nach einem Als-Ob-Umsatz von 31 Mill. DM im Vorjahr. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei jedoch wegen der Übernahmekosten für LUW und der im Zuge des bevorstehenden Börsengang ausgebauten Administration auf rund 1,16 Mill. DM von 8,26 Mill. DM zurückgegangen. Über ihre Umsatz- und Ergebniserwartungen für das laufende Jahr wollte sich der Vorstand nicht äußern.

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