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21.01.2001

17:12 Uhr

Reuters FRANKFURT/PARIS. Die Deutsche Bank verhandelt mit der französischen Bank Societe Generale (SocGen) über einen Verkauf ihrer Leasinggeschäfte. Dabei wolle SocGen den Auto-Leasing-Bereich Gefa und das Equipment Leasing vollständig übernehmen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bank am Wochenende in Frankfurt und bestätigte damit einen Bericht der französischen Zeitung "Le Figaro". Angaben zum möglichen Kaufpreis machte der Sprecher nicht. In Branchenkreisen hieß es indes, das von der Zeitung genannte Volumen von etwa einer Milliarde Euro gehe in die richtige Richtung. SocGen bestätigte in Paris die Kaufabsichten und kündigte zudem an, am Montag über weitere Details zu informieren. Die Gespräche sollten in den kommenden Wochen abgeschlossen werden.

"Le Figaro" hatte weiter berichtet, die beiden Institute befänden sich in abschließenden Gesprächen. Der mögliche Verkauf stehe im Zusammenhang mit den angekündigten Umstrukturierungen bei der Deutschen Bank, die dem Finanzhaus zum Aufstieg in die Elite der Investmentbanken verhelfen sollen. Bei Analysten hieß es, die Deutsche Bank besitze beim Leasing nicht die zum Ausbau der Profitabilität notwendige Größe und plane den Verkauf des Bereichs, um sich auf Kernkompetenzen zu konzentrieren.

Die SocGen hatte in der Vergangenheit nach Wegen gesucht, ihre Bereiche Investment Banking, Einlagenmanagement und Verbraucherfinanzierungen auszubauen, nachdem die geplante Fusion mit der französischen Investmentbank Paribas 1999 an einem erfolgreichen Konkurrenzangebot durch die BNP gescheitert war. Mit Blick auf die im Leasinggeschäft tätige Paribas hatte SocGen mehrere Leasing-Töchter in Europa eröffnet, besitzt derzeit aber kein Leasinggeschäft in Deutschland.

Die französische Bank hatte zuletzt zudem mehrfach Interesse an einem Ausbau ihrer Präsenz in Europa bekundet, dabei allerdings eher auf die weniger entwickelten Märkte in Osteuropa und im Mittelmeerraum verwiesen. Im November hatte SocGen-Chef Daniel Bouton mitgeteilt, sein Institut habe in den kommenden beiden Jahren etwa 3,8 Mrd. Euro für Zukäufe zur Verfügung.

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