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20.01.2003

14:13 Uhr

Keine breiten Schließungen

Protestfront der Ärzte bröckelt

Kurz vor dem Start erster Aktionen bröckelt die Protestfront der Ärzte zusehends. Die meisten der bundesweit 23 Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) werden wahrscheinlich nicht beim "Dienst nach Vorschrift" mitmachen. Dies sagte der Sprecher der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Roland Stahl, am Montag auf Anfrage.

HB/dpa BERLIN. Fünf bis sechs KVen hätten ihre Teilnahme bereits abgesagt. Sie planten andere Aktionen wie Informations- und Aktionstage. Zuvor war bereits der Verband der Hausärzte von dem "Dienst nach Vorschrift" abgerückt. Die Berliner Fachärzte werden sich dagegen wahrscheinlich daran beteiligen. Der Starttermin ist aber noch unklar.

Erste andere Aktionen sollen an diesem Mittwoch starten. Die KBV plant gemeinsam mit den anderen 37 im Bündnis für Gesundheit organisierten Verbänden Kundgebungen in Bremen, Rostock, Stuttgart, Hannover und Potsdam. Daneben hat der freie Ärzteverband Hartmannbund (HB) die 11 000 Kassenärzte in Westfalen-Lippe für Mittwoch zu Praxisschließungen aufgerufen. Der HB hofft, dass mindestens 1 000 Mediziner dem folgen.

Wie der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Jörg-Dietrich Hoppe, stellte sich auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gegen "wilde Praxisschließungen". Die KBV wies daraufhin, dass die Kassenärzte die medizinische Versorgung sicherstellen müssten. Mit den Protestaktionen wollen die Ärzte gegen die Honorar-Nullrunde und die rot-grünen Reformpläne demonstrieren.

So plant Rot-Grün, das Vertragsmonopol der KVen zu brechen. Auch sollen die Kliniken verstärkt auch ambulant behandeln und damit den Fachärzten Marktanteile streitig machen können. Dagegen soll die Rolle der Hausärzte gestärkt werden. Die Hausärzteverbände stehen daher den Protestaktionen skeptisch gegenüber. Insgesamt gibt es etwa 120 000 niedergelassene Kassenärzte, davon sind 40 000 Allgemeinmediziner. 20 000 sind Internisten, die sowohl haus- als auch fachärztlich tätig sind.

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