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02.01.2002

06:50 Uhr

Keine Entwarnung in Sicht

21 mutmaßliche Brandstifter in Australien festgenommen

Rund 10 000 Einsatzkräfte der australischen Feuerwehr haben auch am Mittwoch die zahllosen Buschbrände im Großraum Sydney bekämpft. Dennoch gingen mindestens acht Häuser in Flammen auf. Starke Winde mit Böen bis zu 70 Kilometer in der Stunde und Temperaturen bis zu 35 Grad erschwerten die Arbeiten.

Foto: ap Quelle: Handelsblatt

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Reuters SYDNEY. Ministerpräsident John Howard sagte bei einem Besuch der Krisenregion: "Lasst uns die Daumen drücken und für Regen beten." Nach Polizeiangaben wurden bereits 21 mutmaßliche Brandstifter - 14 Jugendliche und sieben Erwachsene - festgenommen. Einen Großteil der etwa 100 Feuer im Bundesland Neu-Südwales führt die Polizei auf Brandstiftung zurück.

Angesichts der bereits an den Stadträndern von Sydney heranreichenden Feuersbrünsten sagte der Ministerpräsident von Neu-Südwales, Bob Carr: "Eine größere Bedrohung ist kaum vorstellbar." Im Fernsehen sagte er: "Das ist fast wie Krieg." Die seit Weihnachten wütenden Feuer haben bereits über 150 Häuser vernichtet. Nach Angaben der Feuerwehr wurden mindestens 2000 Menschen aus der jetzt von Feuer eingeschlossenen Ortschaft Sussex evakuiert. Insgesamt seien in den letzten Stunden mindestens acht Häuser in Flammen aufgegangen.

"Heute haben wir es mit einer der schlimmsten Vorstellung zu tun, die man heraufbeschwören kann", hatte am Morgen ein Feuerwehrsprecher zur aktuellen Wetterlage erklärt. Bereits am Neujahrstag hatten die Brände auch die Vororte der Millionen- Stadt Sydney erreicht. Den Bränden sind bereits rund 300 000 Hektar Buschland zum Opfer gefallen. Dies entspricht etwa der doppelten Fläche von Groß-London. Berichte über Todesopfer lagen aber nicht vor. Dutzende Feuerwehrleute mussten sich jedoch wegen Rauchvergiftungen oder kleineren Verbrennungen behandeln lassen.

Bereits am Dienstag waren Hunderte Menschen aus Sydneys Vorort Pennant Hills in Sicherheit gebracht worden, der nur 15 Kilometer von der berühmten Hafenbrücke entfernt liegt. Feuerwehrleute pumpten Wasser aus Swimmingpools, und Hubschrauber holten Wasser aus den Seen nahe gelegener Golfplätze. Sydney ist im Norden, Westen und Süden von Bränden umgeben. Über der Stadt liegt eine Rauchwolke.

Landeschef Carr forderte härtere Strafen für Brandstifter. Brandstifter müssten auch gezwungen werden, sich ihre Opfer in Krankenhäuser anzusehen und an den Aufräumarbeiten beteiligt werden, sagte Carr. Die Höchststrafe für Brandstiftung liegt bei 14 Jahren Gefängnis.

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