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01.04.2003

16:22 Uhr

Keine Gründe genannt

USA beenden Training von Exil-Irakern in Ungarn

Die US-Armee will auf dem südungarischen Luftwaffenstützpunkt Taszar keine weiteren Iraker aus dem Exil für Einsätze als Helfer im Irak ausbilden. Das teilte das US-Militär- Pressezentrum in Taszar in der Nacht zum Dienstag mit. Gründe dafür wurden nicht genannt.

HB/dpa BUDAPEST. Ungarns Medien äußerten unterdessen Vermutungen, dass die US-Armee möglicherweise nicht genügend vertrauenswürdige Iraker als Ausbildungskandidaten gefunden habe.

Mit Abschluss der Schulung der zweiten Gruppe von Freiwilligen sei das Ausbildungsprogramm "suspendiert" worden, teilten die US- Streitkräfte in Taszar mit. Auch das Ausbildungspersonal werde aus der Militärbasis abgezogen, die die US-Militärs "Camp Freedom" nannten.

Eine erste Gruppe Iraker sei nach dem Training von Taszar bereits einen Monat zuvor in die Golfregion geflogen worden, um vom irakischen Hafen Umm Kasr aus beim Neustart des UN-Programms "Lebensmittel für Öl" zu helfen. Wie es jetzt hieß, sollen sie, ebenso wie die zweite Trainingsgruppe, im Irak bei der Koordination der Hilfsgüterverteilung an die Bevölkerung helfen.

Das jeweils einmonatige Training der zwei Iraker-Gruppen hatte am 30. Januar begonnen. Hintergrund für das Rätselraten in den ungarischen Medien ist die Tatsache, dass die US-Streitkräfte ursprünglich bis zu 3000 Iraker in Taszar trainieren wollten und dafür eine bis Jahresende gültige Genehmigung der ungarischen Regierung hatten. Nach Informationen der ungarischen Armee haben aber insgesamt nur 76 Iraker das Training absolviert. Die erste Gruppe sei 50 und die zweite 26 Mann stark gewesen. Die US-Armee verweigerte bisher jede Auskunft über die Zahl der Auszubildenden.

US-Angaben zufolge sollten die Mitglieder dieser so genannten Free Iraqui Forces unterschiedlicher Herkunft, darunter Sunniten, Schiiten und Kurden, ausschließlich als Verbindungsleute für den Kontakt mit der Zivilbevölkerung ausgebildet werden und nicht für Kampfhandlungen. Sie seien von den Organisationen der Iraker im Exil ausgesucht worden, die das Vertrauen der USA genießen.

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