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26.01.2001

13:41 Uhr

Keine Hindernisse für Verschmelzung in Sicht

Babcock plant zügige Fusion mit Balcke Dürr

Ursprünglich sollte die Balcke Dürr mit der Babcock-Tochter Borsig Power verschmelzen. Nach einer Klage der Schutzvereinigung für Werpapierbesitz, fusioniert jetzt die Mutterfirma.

Reuters DÜSSELDORF. Die Oberhausener Babcock Borsig AG erwartet die geplante Fusion mit der Tochter BDAG Balcke Dürr AG zügig im laufenden Geschäftsjahr realisieren zu können. "Wir sehen nichts, was die Verschmelzung aufhalten würde", sagte Vorstandschef Klaus G. Lederer am Freitag in Düsseldorf. Es würden auf der Hauptversammlung keine Anträge gestellt, die eine Anfechtungsklage zuließen. Ein mögliches Spruchstellenverfahren würde die Fusion nicht verzögern, allenfalls erhielten die Aktionäre bei falscher Quotierung einen Wertausgleich. Lederer ergänzte, beim Auftragsbestand mit 21 Mrd. DM habe der Konzern eine Rekordsumme erreicht.

Babcock hatte am Mittwoch abweichend von den bisherigen Planungen mitgeteilt, mit der Energietechik-Tochter BDAG verschmelzen zu wollen. Ursprünglich sollten die BDAG und die Tochter Babcock Borsig Power (BBP) zu einer Energiegruppe zusammengeführt werden. Einen entsprechenden Beschluss hatte die Hauptversammlung im Oktober gegen den massiven Widerstand zahlreicher Aktionäre durchgebracht. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hatte daraufhin Klage erhoben. Als Grund nannte die DSW eine ihrer Auffassung nach zu hohe Bewertung der BBP, die mit 1,06 Mrd. DM festgeleget worden war.

Verschmelzung durch Neugründung

"Was wir jetzt machen, stellt die BDAG-Aktionäre wesentlich besser", sagte Lederer. Die Verschmelzung soll nach den Angaben durch Neugründung realisiert werden. Die Börsenzulassung des neuen Konzerns, der unter Babcock Borsig firmieren werde, werde von der Deutschen Bank begleitet. Als frühsten Termin für die Erstnotiz nannte Lederer den 29. Juni.

Lederer kündigte für 2000 einen ersten Schritt zur Realisierung des bereits seit längerem geplanten Werftenverbundes mit Thyssen Krupp an. Eine Überkreuzbeteiligung von fünf bis zehn Prozent zwischen der zu Babcock gehörenden HDW und den ThyssenKrupp-Werften sei wahrscheinlich. Zum ThyssenKrupp-Konzern gehören die Blohm + Voss in Hamburg und die Thyssen Nordseewerke in Emden. Babcock hatte 1999 die Mehrheit an der Kieler Howaldtswerke Deutsche Werft AG von Preussag übernommen. Bereits Anfang 1999 hatte ThyssenKrupp die Bereitschaft zu einer groß angelegten Werftenfusion signalisiert.

Vorstand stellt deutlich höheres Ergebnis in Aussicht

Für das laufende Geschäftsjahr stellte der Vorstand unter Einbeziehung außerordentlicher Erträge ein "deutlich" höheres Ergebnis im gewöhnlichen Geschäft in Aussicht. Für das Vorjahr wurde diese Kennzahl mit 200 Mill. DM angegeben. Der hohe Auftragsbestand von 21 Mrd. DM sichere über Jahre "rentable" Geschäfte, hieß es weiter. Die Wiederaufnahme einer Dividendenzahlung in 2000/01 sei vom Erfolg des Börsengangs der Energietechnik-Tochter Nordex abhängig, ergänzte Lederer. Sollte der für März geplante Gang an den Neuen Markt genügend Mittel in die Kasse des Konzerns spülen, sei eine Dividende möglich. Zuletzt hatte Babcock für 1993/94 den Aktionären fünf Mark je Aktie gezahlt.

Im Geschäftsjahr 1999/2000 (zum 30. September) hatte der Konzern bei einem Umsatz von 11,9 (12,9) Mrd. DM einen Überschuss von 41 (147) Mill. DM erzielt. Der Ergebnisrückgang wurde mit Belastungen durch Unternehmensverkäufe begründet, die nach den Angaben mit insgesamt 114 Mill. DM zu Buche schlugen. Insgesamt hatte der Konzern durch Desinvestitionen einen Umsatz von 3,5 Mrd. DM abgegeben.

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