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10.01.2002

08:30 Uhr

Keine Informationen über Ursache und Opfer

US-Soldaten sterben bei Flugzeugabsturz in Pakistan

Bei dem Absturz eines US-Militärflugzeuges in Pakistan sind nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums alle sieben Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Das Oberkommando, das den Einsatz der US-Soldaten in Afghanistan koordiniert, teilte mit, das Tankflugzeug vom Typ KC-130 sei am Mittwoch, aus Jacobabad kommend, beim Anflug auf die US-Basis Shamsi nordöstlich von Panjur in bergigem Gelände abgestürzt.

Reuters WASHINGTON. Das Verteidigungsministerium in Washington bezeichnete den Absturz als Unfall und leitete eine Untersuchung ein. Der afghanischen Nachrichtenagentur AIP zufolge bombardierte die US-Luftwaffe am Donnerstag erneut Ziele im Osten Afghanistans.

Ein Augenzeuge berichtete, er habe gesehen, wie das Militärflugzeug brennend in den Bergen im Südwesten Pakistans abgestürzt sei. Ein Sprecher der Marineinfanterie sagte, es gebe widersprüchliche Angaben über den Vorfall. Der Zugang zu der Maschine sei wegen der Lage der Absturzstelle schwierig. Die KC-130 ist eine Variante des Transportflugzeugs C-130. Sie hat üblicherweise zwei bis acht Besatzungsmitglieder, kann jedoch auch Passagiere befördern. Sie kann für das Auftanken anderer Flugzeuge in der Luft wie auch für den Transport von Soldaten verwendet werden.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld äußerte sich erschüttert über den Absturz. "Es ist herzzerreissend", sagte Rumsfeld der Nachrichtenagentur Reuters. "Es ist eine harte und gefährliche Sache da drüben, und sie machen schwierige Sachen und sie machen sie verdammt gut", kommentierte er den Einsatz der US-Soldaten, die gegen die Taliban und die El-Kaida-Organisation des moslemischen Extremisten Osama bin Laden im Einsatz sind. Später erklärte auch US-Präsident George W. Bush den Angehörigen der vermissten Marineinfanteristen sein tiefes Mitgefühl. Er wolle die Familien daran erinnern, dass die USA in Afghanistan für eine gute und gerechte Sache kämpften, sagte Bush.

Die USA führen seit dem 7. Oktober in Pakistans Nachbarland Afghanistan Krieg gegen die Kämpfer der früheren radikal-islamischen Taliban-Regierung und der El-Kaida-Organisation Bin Ladens. Ihn halten die USA für den Drahtzieher der Anschläge vom 11. September.

US-Kampfflugzeuge bombardierten nach einer Meldung der in Pakistan ansässigen Agentur AIP erneut Ziele im Höhlenkomplex Shawar Kili, wo Verstecke der El-Kaida vermutet werden. Zugleich hätten Hubschrauber 50-US-Infanteristen in einem Gebiet östlich der Stadt Chost nahe der Grenze zu Pakistan abgesetzt. Bereits am Mittwoch hatten die US-Streitkräfte Ziele in Ost-Afghanistan bombardiert. Nach US-Angaben versuchten Mitglieder der El Kaida dort, sich neu zu formieren.

Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums befinden sich inzwischen 368 ehemalige Taliban- und El-Kaida-Kämpfer im US-Gewahrsam. Geplant sei, sie in den nächsten Tagen zum US-Marinestützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba auszufliegen. Die sozialistische Regierung Kubas hat wiederholt die US-Pläne kritisiert, die Gefangenen aus Afghanistan dorthin zu bringen.

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