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07.04.2003

17:44 Uhr

"Keine Kurzatmigkeit aufdrängen lassen"

Porsche klagt gegen Frankfurter Börse

Die Stuttgarter wollen die Aufnahme in den Prime Standard erreichen. Dieser Teilbereich des Amtlichen Marktes wird Porsche bislang verwehrt, weil der Sportwagenbauer grundsätzlich keine Quartalsberichte vorlegt.

HB/dpa/vwd/rtr STUTTGART. Die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG hat vor dem Verwaltungsgericht in Frankfurt Klage gegen die Frankfurter Wertpapierbörse eingereicht. Ziel sei es, auch ohne Quartalsberichte in den Prime Standard aufgenommen zu werden, teilte der Sportwagenhersteller am Montag mit. Porsche erfülle bis auf die Vorlage von Dreimonatszahlen alle Kriterien, die die Börse zur Zulassung für diesen Teilbereich des Amtlichen Marktes aufgestellt habe. Die Börsenordnung des Frankfurter Handelsplatzes sei keine ausreichende Rechtsgrundlage, um Quartalsberichte für eine Zulassung im Prime Standard verpflichtend vorzuschreiben.

Der Sportwagenhersteller veröffentlicht nach eigenen Angaben aus grundsätzlichen Erwägungen keine Quartalsberichte. Dennoch sähe sich Porsche mit Blick auf die positive Unternehmensentwicklung im Prime Standard gut aufgehoben, argumentiert der Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking.

Die Praxis der Dreimonatszahlen sei für das bloße Schielen auf kurzfristige Erfolge und die hohe Volatilität an den Börsen mit ausschlaggebend. Statt sich eine solche Kurzatmigkeit aufdrängen zu lassen, setze Porsche auf die Glaubwürdigkeit einer soliden Langfriststrategie und eine substanzielle sowie kontinuierliche Informationspolitik.

Die Deutsche Börse hatten den Antrag von Porsche zur Aufnahme in das obere Börsensegment wegen der Weigerung des Sportwagenherstellers zum Quartalsbericht abgelehnt und die Firma in den "General Standard" eingruppiert. Porsche hatte daraufhin juristische Maßnahmen und ein Listing an der Londoner Börse LSE nicht ausgeschlossen.

Deutsche Börse räumt Porsche-Klage wenig Chancen ein

Die Deutsche Börse AG gibt der Klage von Porsche auf Aufnahme in die Börsenoberliga "Prime Standard" wenig Chancen. "Die Börsenordnung, die die Zulassung zum Prime Standard regelt, basiert auf dem Börsengesetz", sagte eine Sprecherin am Montagabend. Sie sei von allen relevanten Gremien wie der hessischen Börsenaufsicht und dem Aufsichtsrat genehmigt worden. Für eine Zulassung in das obere Börsensegment sind unter anderem auch Quartalsberichte erforderlich.

"Quartalsberichte sind unerlässlich für eine moderne, internationale Kapitalmarktkommunikation", betonte die Sprecherin. Dies würden auch die Pläne der Europäischen Kommission zeigen, die Quartalsberichte für alle börsennotierten Unternehmen zur Pflicht machen will. Die Klage von Porsche zeige die Attraktivität des "Prime Standard".

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