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28.01.2001

16:52 Uhr

Keine negativen Konsequenzen durch den Einbruch Chryslers zu erwarten

Edscha will die von Chrysler verlangten Preissenkungen nicht mitmachen

Remscheider Zulieferer erwartet keine Probleme aus dem Einbruch des US-Automarktes.

zel HB REMSCHEID. Erneut meldet ein Autozulieferer seinen Widerstand gegen das Vorgehen des US-Fahrzeugherstellers Chrysler an, die Einkaufspreise der Lieferanten in diesem Jahr pauschal um 5 % zu kürzen. "Diese Preissenkungen können und wollen wir nicht mitmachen", sagte Peter Mazzucco, Finanzvorstand des Remscheider Zulieferers Edscha AG, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die von der US-Sparte des Daimler-Chrysler-Konzerns einseitig angekündigte Preissenkung von 5 % sei "unrealistisch".

Edscha ist über die neue US Jackson Automotive Group-Tochter (JAG) seit dem vergangenen Jahr direkter Lieferant von Chrysler. Das deutsche Unternehmen ist auf Cabrio-Dächer und Autotür-Scharniere spezialisiert.

Der Einbruch auf dem amerikanischen Fahrzeugmarkt in den vergangenen Wochen zieht nach den Worten des Edscha-Finanzvorstandes keine negativen Konsequenzen für das Remscheider Unternehmen nach sich. In der für das laufende Geschäftsjahr 2000/01 (zum 30. Juni) aufgestellten Planung sei die Abschwächung des US-Marktes vorhergesehen worden. In den Vereinigten Staaten erwartet Edscha in diesem Geschäftsjahr einen Umsatz von 125 Mill. Euro; für das gesamte Unternehmen bleiben die Remscheider bei ihrer Prognose von 720 Mill. Euro. "Damit fühlen wir uns wohl", sagte Mazzucco. Auch um den JAG-Zukauf bereinigt werde der Umsatz mit einer zweistelligen Rate zulegen.

Beim Ertrag will Edscha schneller als angekündigt die den Aktionären versprochenen Verpflichtungen erfüllen. Die angepeilte Umsatzrendite vor Steuern (Ebit) zwischen 8 und 9 % werde nicht erst 2002/3, sondern wahrscheinlich schon ein Geschäftsjahr früher erreicht. Im laufenden Jahr werden es deutlich über 7 % sein, sagte Mazzucco. Der Manager sieht sich auch durch die Bewertung an der Börse bestätigt: Mit einem Wertzuwachs von etwa 15 % auf knapp 15 Euro seit dem Börsengang vor fast zwei Jahren habe Edscha deutlich besser als die meisten anderen Automobil-Titel abgeschnitten. "Wir halten unsere Ankündigungen mindestens ein", betonte der Finanzvorstand.

Edscha hat den zu Jahresbeginn angekündigten Rückkauf von 10 % der eigenen Aktien erst ganz vorsichtig begonnen. Nach Angaben Mazzuccos ist erst ein "Promille-Bereich" zurückgenommen worden. Edscha wolle die eigenen Aktien auch nicht als Akquisitionswährung benutzen, sondern zur Kurspflege.

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