Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.02.2001

17:12 Uhr

Keine Verbindung zu westlichen Websites

Defektes Unterwasserkabel legt Internet in China lahm

Das Kabel verbindet Schanghai und die Westküste der USA. Internet-Nutzer in mehreren chinesischen Großstädten berichteten, der Zugang zu ausländischen Websites sei versperrt.

Reuters PEKING. Ein defektes Unterwasserkabel hat am Freitag Mill. Menschen in China einen Zugang zu weiten Bereichen des Internets unmöglich gemacht. Wie die staatliche Telefongesellschaft China Telecom am Freitag in Peking mitteilte, wird die Reparatur des gebrochenen Kabels rund drei Wochen dauern. Das Kabel verbindet Schanghai und die Westküste der USA. Internet-Nutzer in mehreren chinesischen Großstädten berichteten, der Zugang zu ausländischen Websites sei versperrt. Dagegen könnten chinesische Sites geöffnet werden. Auch aus Hongkong, Taiwan und Singapur wurden Störungen gemeldet.

Die Ursache für den Kabelbruch sei noch nicht geklärt, teilte China Telecom weiter mit. Fest stehe jedoch, dass es zu dem Defekt an der japanischen Küste nahe der Stadt Yokohama gekommen sei. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete, von Japan aus sei ein Schiff zur Schadenstelle gestartet. Bei der Reparatur solle auch die Schadensursache festgestellt werden. Auf dem chinesischen Internet-Portal www.sina.com.cn wurden unterdessen Spekulationen geäußert, dass ein Fischdampfer versehentlich das Kabel durchtrennt haben könnte.

Die Telefongesellschaft Singapore Telecommunications teilte mit, dass die Online-Datenübertragung durch den Kabelbruch auch in Singapur verlangsamt sei. Auch die taiwanische Telefongesellschaft Chunghwa Telecom teilte mit, dass ein Kabelbruch den Internet-Zugang zu ausländischen Websites unterbrochen habe. Es war zunächst unklar, ob es sich um dasselbe Kabel handelte.

Das Unternehmen China Telecom, das noch in diesem Jahr in Hongkong und in New York an die Börse gehen will, versucht derzeit den Onlineverkehr auch über Satelliten umzuleiten. "Wir scheuen keine Anstrengung, um den Onlineverkehr über andere Kanäle umzuleiten", sagte eine Firmensprecherin. Die Zugangsgeschwindigkeit werde jedoch auch weiter sehr niedrig sein. China hat nach Angaben von China Telecom verschiedene Unterseekabel, über die Daten mit dem Rest der Welt ausgetauscht werden. Ein Großteil der Datenübertragung von und nach China sei bisher aber über das betroffene Kabel gelaufen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×