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20.01.2003

07:32 Uhr

Keine Zwischenfälle

Zehntausende fordern erneut Rücktritt von Chávez

Zehntausende von Menschen sind in Venezuela am Sonntag (Ortszeit) erneut auf die Straßen gegangen, um den Rücktritt des umstrittenen Präsidenten Hugo Chávez zu fordern. Die Kundgebungsteilnehmer sprachen sich in der Hauptstadt Caracas außerdem für ein Referendum über Neuwahlen aus, das die Wahlbehörde für den 2. Februar angesetzt hat.

HB/dpa CARACAS. Zu Zwischenfällen ist nach Medienberichten nicht gekommen. Der Linksnationalist Chávez verweigerte dem Referendum am Sonntag allerdings erneut seine Zustimmung. Eine solche Volksabstimmung gestatte die Verfassung erst ab August, sagte er wieder.

Die Demonstranten trugen brennende Fackeln und protestierten unter anderem auch gegen Gewalt seitens von Regierungsanhängern gegen oppositionelle Studenten. Kundgebungen mit mehreren tausend Teilnehmern gab es am Sonntag auch in den Städten Higuerote und Valencia. In Miami im US-Staat Florida versammelten sich auf einer Anti-Chávez-Kundgebung nach Medienangaben rund 50 000 Menschen. Es habe sich vorwiegend um Venezolaner und Exil-Kubaner gehandelt, hieß es.

In Caracas gab Chávez unterdessen eine neue Regierungsumbildung bekannt. Für den wichtigen Posten des Innen- und Justizministers ernannte er den Reservegeneral Lucas Rincón. Der bisherige Chef des Innenressorts, Diosdado Cabello war bereits ins Ministerium für Infrastruktur versetzt worden. Rincón war während des gescheiterten Putschversuchs gegen Chávez im April 2002 Chef der venezolanischen Streitkräfte. Damals sagte er zunächst, Chávez habe in einem Brief seinen Rücktritt erklärt. Danach versicherte er, seine Bekanntgabe sei falsch und "Produkt eines Missverständnisses" gewesen.

Der heutige Montag ist bereits 50. Streiktag gegen Chávez. Der Ausstand legte die Ölindustrie lahm und führte zu schweren Versorgungsengpässen. Chávez hatte am Freitag deshalb die Abfüllanlage von Coca-Cola und andere Getränkefabriken von Militäreinheiten besetzen lassen. Man wolle die von den Firmen gelagerten Produkte unter das Volk verteilen, hieß es.

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