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30.07.2000

16:20 Uhr

Reuters TOKIO. Wegen Bestechungsvorwürfen ist am Sonntag in Japan der mit der Finanzaufsicht beauftragte Minister Kimitaka Kuze zurückgetreten. Das Rücktrittsgesuch sei bereits angenommen worden, bestätigte ein Regierungssprecher. In den vergangenen Tagen waren Vorwürfe der Bestechlichkeit gegen Kuze laut geworden. Kuze wies diese jedoch zurück. Ministerpräsident Yoshiro Mori hatte zunächst an dem Minister festgehalten. Medienberichten zufolge wurde Mori jedoch durch neue Anschuldigungen dazu bewogen, das Rücktrittsgesuch anzunehmen. Kuze wird vorgeworfen, Gelder aus der Privatwirtschaft angenommen zu haben.

Kuze gab an, er habe lediglich Honorare für Beratungstätigkeiten entgegengenommen. Er habe zwischen 1983 und 1996 rund 200 Mill. Yen (etwa vier Mill. DM) von der Bank Mitsubishi Trust & Banking Corp. erhalten. Die Bank habe zudem ein Büro ausgerüstet und finanziert, das von einer Studentengruppe Kuzes genutzt worden sei. Zunächst hatte Kuze seinen Rücktritt abgelehnt und erklärt, ihn treffe keine Schuld.

Mori habe von den Verbindungen Kuzes zu der Bank gewusst, sagte der Regierungssprecher. Mori habe Kuze bei seiner Kabinettsumbildung in diesem Monat jedoch trotzdem berücksichtigt, da er davon ausgegangen sei, dass die Angelegenheit keine Probleme bereiten werde.

Am Samstag hatte es erneut Berichte gegeben, wonach Kuze 1991 zudem 100 Mill. Yen (zwei Mill. DM) von dem Chef der Immobiliengesellschaft Daikyo Inc. erhalten haben soll. Die Nachfolge des 71-jährigen Kuze sollte der 81-jährige Hideyuki Aizawa, der frühere Chef der Wirtschaftsplanungsbehörde, antreten. Aizawa werde noch am Sonntag mit Mori zusammenkommen, sagte der Regierungssprecher.

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