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05.02.2001

08:15 Uhr

Kirch-Vereinbarung findet keine Mehrheit

Haffa verliert Unterstützung des EM.TV-Vorstands

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal Europe" fordern Vorstandsmitglieder, dass Haffa die Verhandlungen mit Kirch beenden und die Offerte von Hellmann & Friedmann LLC akzeptieren soll.

vwd FRANKFURT. Der Vorstandsvorsitzende der EM.TV & Merchandising AG, Unterföhring, Thomas Haffa, verliert nach Angaben des "Wall Street Journal Europe" (WSJE) die Unterstütung der übrigen Vorstandsmitglieder für eine Vereinbarung mit der KirchGruppe, Ismaning. Wie das WSJE am Montag unter Berufung auf mit der Situation vertraute Kreise berichtet, waren die Gespräche mit Kirch festgefahren, bevor Haffa am vergangenen Donnerstag eine Vereinbarung präsentierte. Am darauf folgenden Freitag hätten die übrigen Mitglieder des EM.TV-Vorstands jedoch signalisiert, dass sie eine Transaktion mit Kirch nicht unterstützen und Haffa die Offerte der Hellman & Friedman LLC akzeptieren soll.

Die US-Investmentfirma wolle den Formel-1-Anteil von EM.TV für rund 600 Mill. $ übernehmen. Auch Nickolaus Becker, der Vorsitzende des EM.TV-Aufsichtsrates, habe sich gegen die Kirch-Pläne ausgesprochen. Damit sei erneut unklar, wie lange sich Haffa noch als Vorstandsvorsitzender des Unternehmens halten kann. Bankenkreisen zufolge wächst auch die Ungeduld von Kreditgebern wie Westdeutsche Landesbank Girozentrale, Credit Suisse First Boston und Commerzbank AG. Am 24. Januar hätten zwei Dutzend Vertreter von Banken Haffa zu einer Annahme des Angebots von Hellman & Friedman gedrängt, berichtet das WSJE.

Auch andere Mitglieder von EM.TV-Führungsgremien wie Finanzvorstand Rolf Rickmeyer, Sylvia Rothblum und Merchandising-Vorstand Hans-Peter Vriens hätten sich gegen die Pläne von Haffa ausgesprochen. Aus mit dem Hause Kirch vertrauten Kreisen heißt es dem WSJE zufolge, auch Kirch werde im Falle einer Verbindung mit EM.TV Haffa zum Rückzug drängen.



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