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18.01.2001

07:49 Uhr

Klage gegen europäische Behörden

Französische Ministerien wegen BSE-Klagen durchsucht

Familie von Opfern der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit hatten im Dezember Klage auf fahrlässige Tötung gegen Unbekannt eingereicht. Sie werfen französischen, britischen und europäischen Behörden vor, nicht ausreichend gegen die Verbreitung der Rindseuche vorgegangen zu sein.

Reuters PARIS. Frankreichs Staatsanwaltschaft hat nach Angaben aus Justizkreisen in Paris mehrere Ministerien im Zusammenhang mit Vorwürfen zu BSE-Todesfällen durchsucht. Staatsanwälte und Polizisten hätten am Mittwoch in Büros des Wirtschafts-, Gesundheits- und Finanzministeriums Dokumente beschlagnahmt, hieß es. Familie von Opfern der Creutzfeldt- Jakob-Krankheit (CJD) hatten im Dezember Klage auf fahrlässige Tötung gegen Unbekannte eingereicht. Sie werfen französischen, britischen und europäischen Behörden vor, nicht ausreichend gegen die Verbreitung der Rindseuche BSE vorgegangen zu sein. BSE-infiziertes Fleisch steht im Verdacht, eine Variante von CJD auslösen zu können.

Bei den Klagen in Frankreich geht es um den Tod eines 27-jährigen Mannes 1996 und einer 36-jährige Frau im Februar 2000 sowie um einen 19-Jährigen, der sich vermutlich im Endstadium von CJD befindet. Die Kläger werfen der Europäischen Union (EU) vor, nicht die Ausfuhr von Tierfutter aus Großbritannien gestoppt zu haben, weil sie die Öffnung der europäischen Grenzen 1992 nicht verzögern wollten. Frankreich habe dem zugestimmt, um die eigene Fleischindustrie zu schützen. Die Pariser Staatsanwaltschaft erwägt nach eigenen Angaben ebenfalls eine Klage.

In Großbritannien sind mindestens 80 Personen an der neuen Variante von CJD gestorben. In den vergangenen Tagen sind in mehreren europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, Kühe mit BSE entdeckt worden.

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