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21.01.2001

15:46 Uhr

adx BERLIN. Der Vorstandssprecher der Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW), Manfred Timm, rechnet fest mit dem Einlenken des Bundeskartellamtes beim geplanten Einstieg des Unternehmens bei Veag und Laubag. "Von allen Unternehmen, die für Veag und Laubag geboten haben, wurden die Kriterien des Kartellamts von den HEW bei weitem am besten erfüllt", sagte Timm am Wochenende der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe). Er sei daher optimistisch, dass sein Konzern "in einigen Wochen die notwendige Zustimmung von Kartellamt, BvS und damit im weitesten Sinne der Bundesregierung" bekommen werde.

Timm, der Deutschlands drittgrößten Stromkonzern aus HEW, Veag und Laubag unter Einschluss der Berliner Bewag formen möchte, betonte jedoch unmissverständlich, er strebe "eine klare Führungsstruktur" an. Er wies damit die Forderung der Bewag-Spitze zurück, dass HEW und Bewag den neuen Stromkonzern gemeinschaftlich führen sollten. Timm bekräftigte den Anspruch von HEW auf die Mehrheit bei der Bewag. Dies scheitert bisher daran, dass der US-Stromkonzern Mirant (vormals: Southern Energy) weiter auf der Einstweilige Verfügung gegen den Energieriesen Eon beharrt, der seine Anteile von 49 % an der Bewag weiter an die HEW verkaufen will. E.ON und Mirant führen deswegen ein Schiedsverfahren. Der HEW-Vorstandssprecher betonte: "Wir kämpfen weiter um die Bewag." Falls Mirant jedoch nicht einlenke, werde sein Konzern die Berliner Bewag notfalls auch als Konkurrenten betrachten.

Das Bundeskartellamtes hatte Anfang Januar überraschend Bedenken gegen den HEW-Einstieg bei Veag und Laubag angemeldet und dies mit der unzureichenden Endkundenzahl begründet. Diese reiche nicht, um der Konkurrenz von E.ON, RWE und EnBW Paroli bieten zu können. Diese Situation, so die Kartellwächter, hätte durch die Übernahme des ostdeutschen Regionalversorger Envia durch HEW gebessert werden können. An Envia ist die die Essener RWE mehrheitlich beteiligt. Eine andere Konstellation würde sich auch durch die volle Einbeziehung der Bewag in den HEW-Verbund ergeben. Die Berliner verfügen über einen Kundenstamm von rund zwei Millionen.

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