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05.02.2002

08:46 Uhr

"Klarer Trend nach oben fehlt weiterhin"

Händler erwarten weiter nachgebende Aktienkurse

Am deutschen Aktienmarkt wird es nach Händlerangaben auch am Dienstag nicht zu steigenden Kursen kommen, was unter anderem auf die schwachen Börsen in den USA und Asien zurückgeführt wird.

Reuters FRANKFURT. "Alle warten, bis der Markt endlich anspringt. Nur will keiner der Erste sein, der sich positioniert", sagte ein Börsianerin. Ein klarer Trend nach oben fehle weiterhin, fügte ein anderer Händler hinzu. Am Montag hatte der Deutsche Aktienindex (Dax) erstmals seit Mitte Januar wieder unter der Marke von 5 000 Punkten geschlossen.

Der Dax wird nach der vorbörslichen Berechnung des Handelshauses Lang & Schwarz mit 4 977 Punkten in den Handel starten, nachdem das wichtigste deutsche Börsenbarometer am Vortag den Handel bei 4 984 Punkten beendet hatte. Die Citibank sieht den Dax vorbörslich ebenfalls bei 4 977 Zählern. Die Deutsche Bank erwartet eine Eröffnung bei 4 980 Punkten. Der Neue Markt, dessen Auswahlindex am Montag fast drei Prozent nachgegeben hatte, wird Händlern zufolge knapp ein Prozent leichter starten.

Die US-Märkte hatten am Montag Händlern zufolge wegen Sorgen der Investoren um die Bilanzpraktiken von Unternehmen deutlich schwächer geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte hatte 2,22 Prozent und die Nasdaq 2,91 Prozent verloren.

Im Blickpunkt des Dax-Handels dürfte Schering stehen. Der Berliner Pharmakonzern hatte am Morgen mitgeteilt, den Konzerngewinn 2001 um 24 Prozent auf 418 Millionen Euro gesteigert zu haben. Der Umsatz habe sich um zehn Prozent auf 4,84 Milliarden Euro erhöht. Die leicht über den Erwartungen liegenden Zahlen werden Händlern zufolge der Aktie helfen, nicht aber dem Gesamtmarkt Auftrieb verleihen. Bei Lang & Schwarz stiegen Schering-Papiere im vorbörslichen Handel um 1,57 Prozent.

Der Vorstandsvorsitzende des Chemiekonzerns BASF, Jürgen Strube, rechnet in diesem Jahr mit keinem starken Umsatzwachstum bei seinem Unternehmen. "Ich glaube nicht, dass man für das Jahr 2002 großes Wachstum vorhersagen kann", sagte Strube der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstagausgabe).

Der Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, hatte am Montagabend (MEZ) gesagt, derzeit keine konkreten Pläne für den Verkauf des zwölfprozentigen Anteils an DaimlerChrysler zu haben. "Der derzeitige Kurs ist nicht attraktiv genug, um uns einen Grund für aktuelle Pläne zu geben", hatte Breuer in Detroit gesagt. "Wir warten auf bessere Zeiten und besseres Potenzial."

Im Falle eines Scheiterns des Verkaufs ihres Kabelnetzes an den US-Konzern Liberty Media plant die Deutsche Telekom einem Zeitungsbericht zufolge, zunächst keinen neuen Käufer für die Sparte zu suchen. Der Telekom-Strategievorstand arbeite derzeit an einem Plan, der die eigene Fortführung des Kabelnetzes unter einem minimalen Investitionsaufwand vorsehe, berichtete die "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe) unter Berufung auf Informationen aus Unternehmenskreisen.

In Brüssel wird der EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti vermutlich am Nachmittag (MEZ) einen Vorschlag zur Neuregelung der Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) vorlegen. Die Ende September auslaufende GVO sichert den europäischen Autokonzernen exklusive Händlernetze. Der oberste europäische Wettbewerbshüter plant eine Öffnung der bestehenden Vertriebs-Kanäle, was Experten zufolge nicht ohne Auswirkungen auf Autopreise und Kfz-Dienstleistungen bleiben dürfte.

Am Neuen Markt könnten Teleplan-Aktien anziehen, nachdem der PC-Reparaturdienstleister bekannt gegeben hatte, in den USA langfristige Aufträge abgeschlossen zu haben, die allein 2002 etwa 35 Millionen Euro Umsatz bringen sollen.

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