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17.01.2003

18:05 Uhr

Klassische Medien leiden weiter

Online-Werbemarkt 2002 deutlich gestiegen

Trotz der abflauenden Internet-Euphorie und eines insgesamt schrumpfenden Werbemarkts im vergangenen Jahr sind die Ausgaben für Online-Werbung in Deutschland einer Studie zufolge deutlich gestiegen.

Reuters/dpa HAMBURG. Von Januar bis Dezember 2002 seien für Werbung im Internet 255,9 Millionen Euro ausgegeben worden, teilte das Medienforschungsunternehmen Nielsen am Freitag mit. Dies entspreche einem Plus von 20,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Werbeinvestitionen in klassische Medien wie Fernsehen, Print und Radio seien gegenüber 2001 jedoch um 4,4 Prozent auf rund 16,4 Milliarden Euro zurück gegangen.

Am meisten hätten Dienstleistungsfirmen in das Online-Marketing investiert, gefolgt von Ausbildungs- und Medienunternehmen, dem Handel und Versand, Finanzdienstleistern sowie Telekommunikationsfirmen, hieß es in der Studie. Insgesamt machten die Internet-Ausgaben 1,5 Prozent der gesamten Werbeinvestitionen aus.

Die Entwicklung des Werbemarkts für klassische Medien ist nach den Worten des Geschäftsführers von Nielsen Media Research, Ludger Vornhusen, noch nicht genau absehbar. Zwar habe sich der Rückgang der Werbeausgaben in den klassischen Medien im Dezember erstmals seit 24 Monaten im Vergleich zum Vorjahresmonat nicht fortgesetzt. "Allerdings wird sich erst im Frühjahr 2003 herausstellen, ob sich daraus ein stabiler Trend entwickeln wird." Die Ergebnisse des vierten Quartals hätten nicht ausgereicht, um die Gesamtjahresbilanz 2002 erheblich zu verbessern, die damit ungefähr der des Jahres 1999 glich.

Die Verluste des Jahres 2002 ließen sich vor allem durch ein verändertes Werbeverhalten einzelner Branchen erklären, hieß es. So würden Bereiche wie Telekommunikation, Finanzen und Energieversorgung deutlich weniger beworben. Der Automarkt habe allerdings mehr für Werbung ausgegeben. Die höchsten Werbeumsätze verbuchte die Fernsehwirtschaft, gefolgt von Publikumszeitschriften, Zeitungen, Radio, Plakat und Fachzeitschriften.

Klassische Medien leiden weiter

Die Werbeflaute in den klassischen Medien hält an. Im zweiten Jahr hintereinander hatten Zeitungen, Fernsehen und Hörfunk 2002 unter rückläufigen Werbeinvestitionen zu leiden. Der Bruttowerbeaufwand ging um 4,4 Prozent auf rund 16,4 Milliarden Euro zurück und lag damit wieder auf dem Niveau von 1999, so die Nielsen-Studie. Insbesondere die Bereiche Telekommunikation, Spezialversender, Finanzen und Energieversorgung fuhren demnach ihre Werbeausgaben deutlich zurück.

Einen kleinen Lichtblick gab es im Dezember mit einem Plus von 0,6 Prozent verglichen mit dem Vorjahresmonat. Dadurch wurde erstmals seit Ende des Boomjahres 2000 kein weiterer Rückgang der Werbeaufwendungen verzeichnet. "Allerdings wird sich erst im Frühjahr 2003 herausstellen, ob sich daraus ein stabiler Trend entwickeln wird", sagte Nielsen-Geschäftsführer Ludger Vornhusen.

Von den Bruttowerbeinvestitionen entfiel der Löwenanteil von 7,25 Milliarden Euro auf die Fernsehwirtschaft, was im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 4,2 Prozent bedeutete. In den Publikumszeitschriften wurden Anzeigen für 3,85 Milliarden Euro geschaltet, ein Rückgang von 7,2 Prozent. In Zeitungen wurde für 3,51 Milliarden Euro geworben (minus 2,9 Prozent). Nielsen erfasst aber nicht die lokalen Klein- und Rubrikenanzeigen.

Der Hörfunk lag mit 897,3 Millionen Euro Werbeumsatz (minus 3,9 Prozent) vor der Plakatwerbung, die um 0,6 Prozent auf 464,3 Millionen Euro nachgab. Die Fachzeitschriften verbuchten 400,8 Millionen Euro, ein Plus von 1,2 Prozent.

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