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14.01.2002

13:30 Uhr

Klaus Greinert folgt ihm nach

Rheinmetall-Aufsichtsratschef Engelhardt tritt zurück

Der Aufsichtsratschef des Rheinmetall-Konzerns, Werner Engelhardt, verlässt den Düsseldorfer Rüstungskonzern. Engelhardt habe den Führungsposten am 14. Januar 2002 niedergelegt, als Geschäftsführer der Röchling Industrie Verwaltung GmbH (RIV) trete er Ende Januar zurück, teilte Rheinmetall am Montag in Düsseldorf mit.

Reuters DÜSSELDORF. Der Schritt stehe in Zusammenhang mit dem im vorigen Dezember angekündigten Shareholder-Value-Programm, das auch eine stärkere Einbindung der Familie Röchling vorsehe. In der RIV hält die Familie ihre Rheinmetall-Mehrheitsbeteiligung. Der Vorsitzende des Röchling-Familienrates, Klaus Greinert, soll Anfang Februar zum neuen Aufsichtsratschef ernannt werden.

Mit der Übernahme der Führung im Aufsichtsrat durch den Chef des Hauses Röchling würden die Entscheidungswege bei Rheinmetall entscheidend verkürzt, sagte ein Unternehmenssprecher. Das Engagement Greinerts zeige auch, dass die Familie Röchling voll und ganz hinter Rheinmetall stehe. Über den Rückzug der Familie, die über 70 % des Grundkapitals und über zehn Prozent des Vorzugskapitals hält, war in der Vergangenheit häufig spekuliert worden. Engelhardt stand seit April 2000 an der Spitze des Rheinmetall-Aufsichtsrates. Der Gesellschafterausschuss der RIV habe Engelhardts Entlassungswunsch in freundlichem Einvernehmen entsprochen, hieß es in der Mitteilung des Konzerns weiter.

Neben Engelhardt verlässt den Angaben zufolge auch der Aufsichtsrat Martin Hirsch das Kontrollgremium. Für ihn soll auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung Anfang Februar mit Johannes Freiherr von Salmuth ein weiteres Mitglied der Röchling-Familie in den Aufsichtsrat ernannt werden.

Der Unternehmenssprecher bekräftigte, das Shareholder-Value-Programm setze auch auf weitere Akquisitionen in den Kerngeschäften. Zu Spekulationen, wonach Rheinmetall am Einstieg bei Panzerhersteller Krauss Wegmann-Maffei (KMW) interessiert sein könne, wollte er zunächst nicht Stellung nehmen. Aktuell richte sich der Konzern eher international aus, sagte er. So sei beispielsweise das geplante Joint Venture mit dem US-Munitionshersteller Alliant Techsystems (ATK) in den nächsten Wochen unterschriftsreif.

Siemens-Chef Heinrich von Pierer hatte in einem Zeitungsinterview erklärt, er wolle den 49-Prozent-Anteil von Siemens an KMW noch in diesem Jahr verkaufen. Im Herbst 2000 hatte eine Initiative von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) für eine Kooperation der deutschen Rüstungshersteller nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

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