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20.01.2003

12:30 Uhr

Kleinaktionäre

Klare Perspektiven für Mobilcom gefordert

Eine Woche vor der außerordentlichen Hauptversammlung der Mobilcom AG haben die Kleinaktionäre eine klare Perspektive für den Mobilfunkanbieter gefordert.

HB/dpa KIEL/HAMBURG. "Wir wollen wissen, wie das Unternehmen künftig aussehen soll und wie der Vorstand einen steigenden Aktienkurs erreichen will", sagte Dirk Unrau, der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) für Hamburg und Schleswig-Holstein, am Montag in Kiel. Gegenwärtig präge der anhaltende Zwist zwischen den Großaktionären das Unternehmen.

Unrau plädierte für einen personellen Neuanfang im Aufsichtsrat. "Schön wäre es, wenn es zu einem Befreiungsschlag käme", sagte der DSW-Vertreter. Dazu müssten unabhängige Personen in den Aufsichtsrat einziehen, die nicht durch die Konflikte der Vergangenheit belastet seien. Die Berufung von Ulf Gänger aus dem Vorstand der Hamburgischen Landesbank sei ein Schritt in diese Richtung.

Gegenwärtig ist unklar, wer künftig den Aufsichtsrat leiten und wer das größte Stimmenpaket in der Hauptversammlung verwalten wird. Nach dem vom Amtsgericht Schleswig erzwungenen Rückzug des langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Ripken soll Dieter Vogel an die Spitze des Gremiums rücken. Er hat im Auftrag der Bundesregierung die Rettungs- und Sanierungsvereinbarung mit France Télécom ausgehandelt, ist aber bereits zwei Mal bei der Wahl durchgefallen.

Vogel ist nicht der Wunschkandidat von Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid, der nach wie vor über rund 42 Prozent der Aktien verfügt. Bislang ist es Schmid nicht gelungen, die Anteile auf seinen Wunsch- Treuhänder Otto Gellert zu übertragen. Seine Depotbanken haben einen entsprechenden Auftrag noch nicht ausgeführt. Auch der vorherige Treuhänder Helmut Thoma, dessen Vertrag von Schmid einseitig aufgekündigt wurde, kann jedoch nicht auf die Aktien zugreifen und deshalb wohl auch die Stimmrechte nicht ausüben.

Nach Auffassung des Hamburger Notars und Aktienrechtsexperten Hans-Joachim Priester liegen die Stimmrechte nach wie vor bei Schmid, auch wenn die Aktien ganz oder zum Teil als Sicherheit für Kredite verpfändet sind. Er bleibe wirtschaftlicher Eigentümer mit den Rechten eines Aktionärs. Das könne allerdings durch Verträge eingeschränkt werden. Schmid hat bislang offen gelassen, ob er an der Hauptversammlung am kommenden Montag selbst teilnimmt. Er betreibt hinter den Kulissen auch die Ablösung von Mobilcom-Chef Thorsten Grenz, dem er die Sanierung des Unternehmens nicht zutraut.

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