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24.01.2002

00:00 Uhr

Kleine Aktien und hohe Cashquote als Rezept in der Börsenbaisse

Entwicklungschancen der japanischen Standardwerte

Am japanischen Aktienmarkt ist zumindest kurzfristig keine Besserung in Sicht. Das glauben zumindest viele Fondsmanager, die auf die Wirtschaftskrise verweisen.

HB/vwd FRANKFURT/M. Die Verluste der Vergangenheit schlagen sich auch in den Wertentwicklungen der Japanportfolios nieder. In der Jahresbilanz 2001 reicht die Verlustminimierung zum Gewinn: Der Japan Growth Trust der österreichischen Investmentgesellschaft Spängler liegt mit-11,25 % an der Spitze der 107 Aktienfonds für japanische Standardwerte.

Fondsmanagerin Naoko Takemura empfiehlt angesichts der Krise: Auf kleinere Unternehmen am Markt ausweichen. Auf Grund der Probleme der japanischen Banken und zahlreicher Konkurse begriffen die Anleger allmählich, dass fundamentale Qualitäten mehr zählten als nur die Größe eines Unternehmens. "Die Mehrheit des Fondsvermögens im Japan Growth Trust ist daher in kleineren und mittleren Firmen angelegt", erklärt sie.

Ein Viertel der Gelder sei in Aktien aus dem Gesundheitswesen investiert. Auch der wichtigste Einzeltitel komme aus dieser Branche. Die Colin Corporation sei mit rund 10 % gewichtet. Es handele sich um einen führenden Produzenten von professionellen Blutdruck-Monitorgeräten. Das Unternehmen habe darüber hinaus ein verträgliches Instrument zur Messung von Arteriosklerose entwickelt, was sich in Japan sehr gut verkaufe und jetzt in Übersee eingeführt werde. Die Firma Nipro, mit etwa 7 % berücksichtigt, sei heute einer der führenden Produzenten von Dialysegeräten. Die Aussichten für die Tokioter Börse sind laut Takemura nicht sehr rosig. Daher sei die Barquote des Fonds mit 15 % recht hoch.

Der Fondsmanager des GAM Star Tokyo Fund, Michael Bunker, erklärt die überdurchschnittliche Performance seines Portfolios durch eine defensive Strategie und eine relativ hohe Cash-Position von derzeit knapp 14 %. Das Depot der UBS - Tochter Global Asset Management weist ein Jahresminus von insgesamt 16,77 % aus und liegt damit auf Rang zwei.

Der GAM-Manager konzentriert sich nach eigenen Angaben in erster Linie auf Finanztitel außerhalb des Bankensektors. "Dort haben wir die Werte ausgesucht, die unserer Einschätzung nach in der Lage sind, in dem Vakuum zu agieren, das durch das verkrüppelte Bankensystem zurückgelassen wurde", erklärt Bunker er. Auch Immobilientitel und Autoaktien gehörten zu seinen Favoriten. Die Investitionsgüterbranche mit hohem Exportanteil sei mit fast 14 % berücksichtigt. Sie leide nicht unter der schwachen japanischen Binnennachfrage. Auf dem Telekommunikations- und Technologiesektor halte er sich weiter zurück.

Die Fonds-Gewinner 2001: >>Tabelle

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