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06.03.2003

08:55 Uhr

Kleinwagenoffensive

Fiat besinnt sich auf alte Stärken

Der krisengeschüttelte Autokonzern Fiat besinnt sich auf seine alten Stärken. Mit neuen Modellen und einer konsequenteren Markenpflege wolle Fiat wieder an bessere Zeiten anknüpfen, sagte Deutschland-Chef Klaus Fricke auf dem Genfer Autosalon. Dabei wollen die Italiener vor allem in ihrer angestammten Domäne Kleinwagen neue Wege gehen - so wie sie es in besseren Jahren mit dem Panda oder dem Seicento erfolgreich bewiesen haben.

Zwei Models präsentieren auf dem Genfer Auto Salon den neuen Fiat Gingo, Foto: dpa

Zwei Models präsentieren auf dem Genfer Auto Salon den neuen Fiat Gingo, Foto: dpa

HB/dpa GENF. Am Genfer See zeigte sich der Fiat-Konzern von seinen Milliardenverlusten unbeeindruckt und präsentierte gleich drei für den Konzern wegweisende Weltpremieren. Der kleine Panda-Nachfolger Gingo ist ein hoch gebauter Fünftürer, der originelle Lösungen für die Mittelkonsole hat. Er kommt in Deutschland im Herbst auf den Markt und soll deutlich unter 10 000 Euro kosten. Wenige Monate später hat der Idea Premiere, ein Minivan auf Punto-Basis.

Der neue Deutschland-Chef Fricke, bis vor kurzem in der Konzernzentrale in Turin tätig, will in den nächsten Monaten vor alle die Konzernmarke Lancia voranbringen, die in Deutschland im vergangenen Jahr nur noch 3300 Einheiten verkaufte und damit Exotenstatus genoss. Zu mehr Absatz und Markenglanz neben dem Oberklassenmodell Thesis soll vor allem der neue Kleinwagen Lancia Y betragen, der edel ausgestattet Eleganz und Italo-Design verkörpern soll.

Fricke betonte, dass der italienische Autobauer künftig seine Marken Fiat, Lancia und Alfa Romeo schärfer von einander trennen und besser pflegen wolle. Das Motto heiße: Fiat bietet "Basic Transportation" mit Pfiff, Lancia die besagte Eleganz und Alfa verfolge die sportliche Linie. In Deutschland steht außerdem eine Verbesserung des Händlernetzes auf dem Plan. Heute gibt es zu viele Lücken im Netz und zu viele Händler. Von 700 werde man auf 300 Händler herunterfahren. Die anderen Standorte sollen aber nicht aufgegeben werden, sondern Service-Funktionen erfüllen.

Ambitionen zeigt Fiat Deutschland bei seinen Absatzplänen. In Glanzzeiten wurden im Jahr 180 000 Autos verkauft - 2002 waren es nur noch 130 000. Fricke erwartet in diesem Jahr einen Absatz von 145 000 Autos, 2004 sollen es dann schon 150 000 Stück sein. In Turin, so wird versprochen, will der Konzern dann im Autogeschäft schon wieder schwarze Zahlen schreiben.

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