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31.01.2003

16:55 Uhr

Knapp 100 Stationen weniger

Tankstellensterben bleibt aus

Die Marktbereinigung auf dem deutschen Tankstellenmarkt lässt weiter auf sich warten. Nach einer am Freitag veröffentlichten Erhebung des Hamburger Energie-Informationsdienstes EID reduzierte sich die Zahl der Tankstellen im vergangenen Jahr unter dem Strich lediglich um 97 auf 15 971.

HB/dpa HAMBURG. Dahinter stehen 100 Neubauten und 197 Schließungen von Tankstellen. Im Jahr zuvor hatten per Saldo 256 Tankstellen aufgegeben. Nach Einschätzungen der Branche gibt es in Deutschland angesichts des schrumpfenden Benzinmarktes rund 4000 Tankstellen zu viel.

Hinter den relativ stabilen Marktdaten verbergen sich jedoch größere Verschiebungen und eine immer stärkere Internationalisierung des deutschen Tankstellenmarktes. Die fusionierten Unternehmen Shell/Dea und Aral/BP müssen sich nach den Auflagen des Kartellamtes von einigen hundert Stationen trennen und sind bereits weit vorangekommen. Shell/Dea hat knapp 600 Stationen an eine Vielzahl von Erwerbern verkauft, während sich Aral/BP zuletzt von seinem so genannten Nordpaket trennte, das an die polnische Tankstellenfirma PKN Orlen ging. Das Südpaket wird nach den Erwartungen des EID die österreichische OMV erhalten.

In der EID-Statistik sind diese Veränderung noch nicht komplett verarbeitet. Danach betrieb die Aral/BP-Gruppe mit 3385 (Vorjahr: 3405) Tankstellen das größte Netz in Deutschland, gefolgt von Shell/Dea mit 2977 (3082) und Exxon-Mobil mit 1314 (1330). Auf dem vierten Rang findet sich TotalFinaElf mit 1018 (1015) Tankstellen.

Der Fachdienst hat auch berechnet, wie die Marktanteile in Deutschland voraussichtlich aussehen, wenn die Auflagen des Kartellamtes abgearbeitet sind. Danach wird Aral/BP auf 23 Prozent kommen, Shell/Dea auf 20 Prozent, Esso auf elf Prozent und die freien Tankstellen auf zehn Prozent. Eine Vielzahl von ausländischen Ölgesellschaften wird mit einstelligen Marktanteilen auf dem deutschen Markt aktiv sein, so wie OMV und Orlen oder die italienische Agip. "Für Wettbewerb ist also weiterhin gesorgt", heißt es im EID, auch wenn Shell und BP den Markt klar dominieren.

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