Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.06.2000

16:09 Uhr

Reuters PODGORICA. Bei den Kommunalwahlen in zwei Städten der jugoslawischen Republik Montenegro haben nach vorläufigen Endergebnissen Regierung und Opposition jeweils einen Sieg errungen. Die Wahlkommission teilte am Montag mit, die Koalition von Präsident Milo Djukanovic habe 28 von 54 Sitzen in der Hauptstadt Podgorica gewonnen. Auf das Bündnis der pro-serbischen Opposition entfielen den Angaben zufolge 22, auf die Liberalen vier Sitze. In der Stadt Herceg Novi dagegen errang die Opposition 19, Djukanovics Bündnis 14 und die Liberalen zwei Sitze. In beiden Städten feierten die Anhänger der siegreichen Parteien.

Die Wahlen galten als ein wichtiger Test für den pro-westlichen Kurs Djukanovics. Der Präsident sagte nach der Bekanntgabe des Ergebnisses, Montenegro befinde sich auf einem stabilen und demokratischen Weg der Reform, von dem es sich durch niemanden abbringen lasse. Der Sieg in Podgorica sei bedeutender als die Niederlage in Herceg Novi. Djukanovics Regierungskoalition war von beiden Seiten des politischen Spektrums herausgefordert worden. Das pro-serbische Bündnis steht hinter dem jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic, während die Partei Liberale Allianz für die Unabhängigkeit eintritt. Nach Angaben internationaler Beobachter gab es einzelne Zwischenfälle bei der Wahl, die aber nach ersten Erkenntnissen nicht ins Gewicht fielen.

Djukanovic wurde 1997 zum Präsidenten Montenegros gewählt. Er gilt als einflussreichster Gegner Milosevics und hat sich von dessen Bundesregierung in Belgrad distanziert. Mit Hilfe seines westlich orientierten Kurses gelang es Djukanovic, für sein Land Ausnahmeregelungen von den Sanktionen gegen Jugoslawien zu erwirken. Die Teilrepublik verfolgt inzwischen eine eigenständige Außen- und Wirtschaftspolitik.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×