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24.05.2000

11:07 Uhr

HB DÜSSELDORF. Der Kölner Handelskonzerns Metro hat große Internetpläne. "Wir wollen ein führender europäischer E-Commerce-Anbieter mit starkem Fokus auf Business-to-Business werden", kündigte Metro-Vorstandschef Hans-Joachim Körber auf der Bilanzpressekonferenz an.

Über die neue Tochtergesellschaft Metro Online AG sollen dazu in diesem Jahr rund 160 Mill. DM in den elektronischen Handel investiert werden. Ein späterer Börsengang des neuen Unternehmens ist nicht ausgeschlossen. Mit dieser Investition soll zum einen das Geschäft mit Konsumenten gestärkt werden, das derzeit über die Handelsplattform Primus Online mehr schlecht als recht läuft. Vor allem aber sollen die gewerblichen Kunden der Metro-Großmärkte über das Internet Waren bestellen.

Zudem stünden 50 Mill. DM für Beteiligungen an Internetfirmen bereit, erklärte Körber. Die Schwestergesellschaft BHS hält bereits Beteiligungen am Finanzdienstleister Pago und an der Handelsplattform Scout24. Diese Anteile soll die Metro übernehmen.

Bei Aussagen über die Ausgestaltung der Internetaktivitäten beließ es der Metro-Vorstand bei Andeutungen: "Wir fangen schlicht an und sehen mal, was dabei herauskommt", sagte Körber. Ein Logistiknetz, das für die Auslieferung im Geschäftskundenbereich nötig wäre, soll nicht aufgebaut werden.

Ähnlich nebulös äußert sich die Karstadt-Quelle AG, wenn es um die Zukunft ihrer Netzaktivitäten geht. Das Internet mache ein neues Geschäftsmodell nötig, das sich nur über Kooperationen erreichen lasse, sagte Vorstand Wolfgang Urban. Welche das sein könnten, ließ er offen. Das digitale Warenhaus My World wird aber aufgegeben, der Konzern setzt künftig auf die Kraft des eigenen Namens und will das Konzept unter Karstadt.de weiterentwickeln.



Analysten kritisieren die Halbherzigkeit der deutschen Handelskonzerne

Analysten kritisieren die Halbherzigkeit der deutschen Handelskonzerne, arbeitet doch die ausländische Konkurrenz bereits an konkreteren Modellen. So übernahm die niederländische Ahold die US-Firma Peapod, die im Internet bestellte Lebensmittel liefert. Zügig ausbauen will auch Wal-Mart sein Internetangebot. Derzeit haben Kunden des Konzerns in den USA eine breite Auswahl bei Artikeln außerhalb des Nahrungsmittelbereichs. Um die Expansion zu finanzieren, wollen die Amerikaner ihre Internet-Tochter an die Börse bringen.

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