Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.01.2002

20:44 Uhr

König Fußball sorgt für ein Highlight

Neuer Markt: Indizes legen leicht zu

VonJOSEF HOFMANN

An der Frankfurter Wachstumsbörse herrschte auch am Donnerstag eine verhalten positive Stimmung. Nach guten US-Vorgaben konnte der Nemax bis zum Abend um 0,7 Prozent auf 1 138 Punkte zulegen. Parallel dazu stieg der Nemax 50 auf 1 180 Zähler.

FRANKFURT/M. Profi-Fußball und Börse haben vieles gemeinsam. Sie bieten immer Gesprächsstoff, selbst die Experten verschätzen sich permanent, und es ist viel Geld im Spiel. Letzteres wurde am Donnerstag besonders deutlich. Denn kurz nach Mittag machte die Aktie der Schweizer Highlight AG einen Satz von knapp 40 %. Verantwortlich dafür war König Fußball. Denn die Uefa hatte der Highlight-Tochter Team die Rechte zur Verwertung der Champions League für die Jahre 2003 bis 2006 übertragen. Dabei handelt es sich um ein milliardenschweres Geschäft, von dem der Dienstleister Team anteilig profitiert. Team hat die Verwertung bereits in der Vergangenheit gemanagt und damit einen gehörigen Teil zum Umsatz von Highlight beigetragen. Nun trauen Analysten der Highlight-Aktie noch mehr zu. Am Donnerstag Abend notierte das Papier bei 4,74 Euro rund 39 % im Plus. Damit war Highlight das Highlight des Tages.

Unter den Tagesgewinnern im Nemax 50 fand sich auch die Aktie von Aixtron wieder. Nachdem ABN Amro den Titel Anfang der Woche als überbewertet bezeichnet und zum Verkauf geraten hatte, war der Kurs auf unter 23 Euro gesunken, im Vergleich zur ersten Januarwoche ein Minus von rund 20 %. Einen Teil des Verlustes konnte Aixtron mit einem Plus von 5,6 % auf 24 Euro wieder wettmachen.

Unter die Gewinner reihte sich auch Qiagen ein. Der leichte Kursanstieg auf 22,10 Euro wurde auf Aussagen des Managements zurückgeführt. Der Finanzvorstand des Biotechnologie-Unternehmens hatte bis ins Geschäftsjahr 2003 stabile Umsatz- und Ertragssteigerungen prognostiziert. Außerdem bezeichnete er Schätzungen von Analysten, die von einem Umsatz im laufenden Jahr von 345 Mill. Dollar und einem Ergebnis je Aktie von 0,38 Dollar ausgehen, als realistisch.

Deutlich, nämlich um 17 % auf 0,28 Euro zulegen konnte auch die Aktie der von der Pleite bedrohten Kinowelt AG. Die Medienfirma hatte den Verkauf seines achtprozentigen Pakets am Video-Anbieter Medianetcom gemeldet, der den Münchenern etwa 3,5 Mill. Euro in die leere Kasse gespült haben dürfte. Bei den hohen Verlusten, die Kinowelt im vergangenen Jahr erlitten hat, ist dies jedoch nicht viel mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.

Dass sich der Index für den Finanzsektor am Donnerstag im Plus halten konnte, lag einzig am Kurszuwachs von 3,4 % bei Bipop-Carire. Das Institut hatte mitgeteilt, dass es mit der Banca di Roma über die Integration der beiden Häuser verhandeln wird. Größter Verlierer unter den Direktbanken war Consors mit einem Minus von 4 % auf 11,66 Euro, nachdem die Allianz und die Postbank nicht am Übernahmepoker teilnehmen wollen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×