Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.07.2000

12:17 Uhr

Kofi Annan fordert Schuldenerlass für arme Länder

G-8-Außenminister starten Initiative zur Konfliktvermeidung

Der Kampf gegen den illegalen Handel mit Kleinwaffen sowie die gesellschaftliche Wiedereingliederung von Kindersoldaten steht im Mittelpunkt der Verhandlungen.

Miyazaki dpa. Die Außenminister der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G-8) haben eine weltweite Initiative zur Vermeidung bewaffneter Konflikte beschlossen. Dies sei der Startschuss für konkrete Maßnahmen, hieß es am Mittwoch beim Treffen der Außenminister im japanischen Miyazaki aus deutschen Delegationskreisen. Im Mittelpunkt stehe dabei der Kampf gegen den unkontrollierten Handel mit Kleinwaffen sowie die gesellschaftliche Wiedereingliederung von Kindersoldaten.

Ihre politischen Strategien wollen die G-8-Staaten dabei jeweils aufeinander abstimmen. Zum Auftakt ihrer zweitägigen Beratungen sprachen sich die Minister zudem für eine schnelle Verwirklichung des START-II- Abrüstungsabkommens sowie den Abschluss des START-III-Abkommens aus. Das geplante nationale Raketenabwehrsystem (NMD) der USA sei dagegen nicht ausdrücklich beraten worden, hieß es.

Die Minister berieten indes über Möglichkeiten einer Zerstörung von chemischen Waffen und bekräftigten ihre Unterstützung für den Ottawa-Vertrag über eine Zerstörung aller weltweiten Landminen. Weitere Themenschwerpunkte waren der Kampf gegen den Terrorismus sowie die Reform der Vereinten Nationen samt des UN-Sicherheitsrats. Ferner sprachen die G-8-Außenminister über regionale Themen wie den Friedensprozess im Nahen Osten, Irak und Iran, die Lage in Indonesien und auf dem Balkan. Das Außenministertreffen galt der Vorbereitung des G-8-Gipfels der Staats- und Regierungschefs vom 21. bis 23. Juli in Okinawa.

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat sich vor dem Gipfel für weitere Streichungen von Schulden der ärmsten Länder ausgesprochen. Zudem sollten die G-8 der Weitergabe moderner Technologien an die Entwicklungsländer große Aufmerksamkeit schenken, empfahl Annan in einem am Dienstag in New York veröffentlichten Brief.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×