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04.04.2006

11:46 Uhr

Kolumne - Die Finanzprofis

6 000 - na und?

VonHermann Kutzer (Handelsblatt)

Geschafft – gepackt – geknackt: Der Dax über einer „Big Figure“, einer großen Zahl, die für Chartanalysten aber keine besondere Rolle spielt. Das vermutliche Index-Ereignis des Jahres wird heute sogar auf den Titelseiten der Presse gewürdigt – nicht nur in den Wirtschaftszeitungen.

Quelle: Handelsblatt

Zweierlei fällt dabei auf: Zunächst sind es die uneinheitlichen Begründungen, denn mal steht die bessere Konjunktur im Vordergrund, mal nennt man die Impulse des Übernahmefiebers. Dabei wird die Rolle der privaten Anleger durchaus unterschiedlich kommentiert. Zum anderen lesen Sie überall Vergleiche zum letzten 6 000er, doch handelte es sich vor fünf Jahren um einen Absturz, nicht um einen Anstieg.

Sinnvoller erscheint mir die Erinnerung an 1998/99, als der Dax zunächst kurz und dann wie eine Rakete über diese Marke schoss. Im Gegensatz zu jenen Jahren ist heute von übersteigerter Euphorie überhaupt nichts zu spüren, auch wenn manche Beobachter gerne dann das Gegenteil behaupten, wenn die Kurse deutlich steigen.

Wie weit der Dax in diesem Jahr noch steigen kann (oder auch nicht) – niemand kann dies auch nur einigermaßen präzise vorhersagen. Die vorherrschende Meinungsvielfalt selbst unter den Chartisten ist erfahrungsgemäß ein gutes Zeichen. Noch einmal: Es gibt keine Euphorie. Andererseits muss heute daran erinnert werden, dass sich der Aktienfan nicht nur an den Indizes orientieren sollte. Selbst wenn dem Dax die Puste ausgehen oder sein Bruder MDax sich sogar abseilen sollte, wird es in einzelnen Branchen oder Werten noch attraktive Anlagechancen geben – von den internationalen Alternativen gar nicht zu sprechen. Wir erleben Börsen, die Spaß machen. Und das wird sich so schnell nicht ändern.

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