Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.03.2006

15:27 Uhr

Kolumne: Die Finanzprofis

Erst konsumieren, dann investieren

VonHermann Kutzer

So schnell geht’s eben doch nicht! Der neue Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums ist so etwas wie ein Warnschuss zur rechten Zeit, nachdem wir vor ein paar Wochen erst eine fast unglaubliche Stimmungswende in der deutschen Wirtschaft beobachten konnten:

Es geht deutlich aufwärts, hieß es an allen Ecken und Enden. Ja, wir brauchen endlich mehr Zuversicht, brauchen eine bessere Stimmung im ganzen Land. Nur dürfen wir dabei nicht aus dem Auge verlieren, dass die harten Zahlen noch längst nicht einheitlich gut, teils sogar weiter enttäuschend sind. So sieht das Ministerium zwar „erste Lichtblicke“ im Einzelhandel und spricht von einem „guten Einstieg in das neue Jahr“. Dennoch bleibt der private Konsum eine Schwachstelle unserer Wirtschaft, denn es gibt „noch keine grundlegende Trendwende in der Binnenkonjunktur“, wie es in dem Bericht weiter heißt. Das deckt sich übrigens auch mit der Einschätzung durch die Bundesbank.

Diese Fragezeichen werden bis auf Weiteres bleiben, denn zum einen müsste sich die Lage am Arbeitsmarkt erst einmal spürbar entspannen, damit mehr Beschäftigung zu einer Verbesserung der Einkommenssituation und schließlich zu steigendem Konsum führen kann. Zum anderen weiß heute niemand, inwieweit die Belebung der Verbrauchernachfrage – wie stark sie auch ausfallen mag – auf vorgezogene Anschaffungen mit Blick auf die nahende Erhöhung der Mehrwertsteuer zurückzuführen ist. Damit bleiben konsumnahe Aktien generell besonders anfällig für schlechte Nachrichten. Deshalb bekräftige ich auch meine frühere Empfehlung: Kaufen Sie erst neue Autos bevor Sie Auto-Aktien kaufen!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×