Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.02.2004

09:57 Uhr

Kolumne: Die fünf Weisen

Enttäuschte Erwartungen

VonJörg Will

Es passiert immer wieder: Sie treten hochmotiviert bei Ihrem neuen Arbeitgeber an – und haben bereits nach wenigen Wochen den Eindruck, dass Sie keine besonders gute Wahl getroffen haben. In dieser Situation gilt es, eine schnelle und klare Entscheidung zu treffen.

Jörg Will ist Chef der Personal- und Unternehmensberatung IFP in Köln

Jörg Will ist Chef der Personal- und Unternehmensberatung IFP in Köln

Es passiert immer wieder: Sie treten hochmotiviert bei Ihrem neuen Arbeitgeber an - und haben bereits nach wenigen Wochen den Eindruck, dass Sie keine besonders gute Wahl getroffen haben. Und was jetzt? Kann man direkt wieder kündigen?

Sicher gibt es in Ausnahmefällen wirklich triftige Gründe, sofort die Notbremse zu ziehen und auf dem Absatz Kehrt zu machen. Und ebenso zählen auch unvorhersehbare Ereignisse, die Ihren Verantwortungsbereich in erheblicher Weise beeinflussen, zu den eindeutigen Situationen, die einen vorzeitigen Wechsel nachvollziehbar machen. Denken Sie trotzdem vor etwaigen neuen Bewerbungen darüber nach, wie Sie es nachvollziehbar verpacken - das ist wichtig.

Um diese eindeutigen Fälle aber geht es mir heute nicht, sondern vielmehr um die Zweifelsfälle: Wie verhalten Sie sich am klügsten, wenn nichts Konkretes passiert ist, die anfängliche Begeisterung jedoch bereits nach kurzer Zeit zu schwinden droht? Weil der Chef doch nicht so ist, wie Sie dachten, die Stimmung im Unternehmen nicht so gut, wie erwartet, die Einbindung in die Organisation weniger Freiraum lässt als erhofft oder die zugesagte Verantwortung Ihnen so wahrscheinlich doch nicht übertragen werden wird. Alles enttäuschend, aber eben keine Katastrophen.

Sie haben nur zwei Möglichkeiten: entweder Sie gehen - dann aber bald - oder Sie bleiben - dann aber für wenigstens zwei Jahre. Vor allem: Wie auch immer Sie sich entscheiden, tun Sie dies aktiv, eindeutig und klar.

Es ist völlig in Ordnung, zu dem Ergebnis zu gelangen: Das war?s nicht. Nutzen Sie hierfür die Probezeit - dafür ist sie da. Und dann ziehen Sie zeitig einen sauberen Schlussstrich und wenden sich konzentriert neuen Aufgaben zu.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×