Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.01.2003

12:26 Uhr

Handelsblatt

Kommentar: Drehscheibe der Weltwirtschaft

VonHermann-Josef Knipper

Das diesjährige Weltwirtschaftsforum (WEF) geht am Dienstag zu Ende. Und wieder werden sich die 2100 Teilnehmer die Frage stellen, ob sich die mühsame Anfahrt in die Schweizer Berge wirklich gelohnt hat.

Das diesjährige Weltwirtschaftsforum (WEF) geht am Dienstag zu Ende. Und wieder werden sich die 2100 Teilnehmer die Frage stellen, ob sich die mühsame Anfahrt in die Schweizer Berge, der Debatten-Marathon und die Empfänge, Abendessen und Parties sowie die völlig überteuerten Hotelzimmer wirklich gelohnt haben.

Jeder einzelne wird seine eigene Schlussfolgerung ziehen, aber in einem Punkt dürften alle einer Meinung sein: Davos lebt nicht allein von den medienwirksamen Events wie dem Auftritt des US-Außenministers Colin Powell gestern. Davos lebt von den vertraulichen Gesprächen in den Kaminzimmern zwischen alten und neuen Bekannten, zwischen guten oder künftigen Geschäftspartnern. Kein Wort wird öffentlich darüber verloren, dass etwa Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann in einer stillen Ecke des Hotel Belvedere mit Argentiniens neuem, jugendlich wirkenden Notenbankchef Gay zusammensitzt.

Gerade am heutigen Montag finden in vielen Hinterzimmern die Treffen der Top-Manager diverser Branchen statt, etwa Telekommunikation, Banken, Medien. Keiner der Teilnehmer redet von den vielen Geschäften, die hinter den Kulissen gemacht oder angebahnt werden, und die diesmal angeblich besser liefen als je zuvor.

Die Weltwirtschaft braucht Treffen wie Davos daher mehr denn je - gerade in Zeiten der konjunkurellen Schwäche, der lähmenden Kriegsgefahr und des wachsenden internationalen Misstrauens. Nur wer sich kennt und vertraut, kann gemeinsam dafür sorgen, dass die Weltwirtschaft einen neuen Schub bekommt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×