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01.08.2000

12:40 Uhr

Da ist wohl die UMTS-Euphorie mit Gerhard Schmid durchgegangen. Öffentlich per Zeitungsinterview bietet er Debitel die Partnerschaft an und das während der laufenden Auktion. Das darf man wohl ein Spiel mit dem Feuer nennen.



Deshalb betonten wenige Minuten, nachdem die Meldung über die Ticker lief, alle Seiten: Es sei alles nicht so gemeint, schließlich komme es ja auf die Formulierung an. Gemeint sei: Für den Fall, dass Debitel keine Lizenz bekommt, könnten ja die Debitel-Kunden über das Netz von Mobilcom trotzdem den UMTS-Dienst nutzen.



Ach so, die Kunden und nicht Debitel - von möglicher Absprache natürlich keine Spur. Wer sollte da schon etwas anderes denken. Der Regulierer zum Beispiel. Herr Scheurle hat Herrn Schmid klar zu verstehen gegeben, das er mit dieser Äußerung schon zum Grenzgänger geworden ist. Allerdings will auch er nochmal ein Auge zu kneifen, da ein Ausschluß von Mobilcom auch nicht in seinem Sinne sein kann.



Das war also ganz schön knapp und taktisch keine Glanzleistung. Denn mit seinem öffentlichen Angebot gibt er den Bietern zu verstehen, dass er sich seiner Sache ziemlich sicher ist und verdirbt sich damit selbst die Preise. Dem ehemaligen Partner Debitel zeigt er, dass er mit dessen frühem Aus rechnet.



Auch Debitel rudert eilig zurück. Erst äußerte ein Sprecher auf Anfrage Freude über das Angebot, Minuten später kommt das Deminti. Es gebe keine Verhandlungen, so der selbe Sprecher.



Glaubt Debitel selbst nicht mehr an eine Lizenz? Auf jeden Fall zeigt diese kleine Episode, wie heikel diese Auktion ist und wie auch die kleinste Äußerung das Verfahren beeinflussen kann. Ob zum Wohle oder zum Schaden der Betroffenen wird sich noch zeigen.

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