Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.07.2000

19:01 Uhr

Nicht immer geht es friedlich zu in der New Economy. Aggressivität an der Grenze zur Gerissenheit gilt nicht selten als Nachweis guten Führungsstils. Mit "Chuzpe" (Kaltschnäuzigkeit) hat sich so manches Unternehmen Aufmerksamkeit gesichert. Und die etablierten Internet-Unternehmen von heute sind die Opfer aufmüpfiger Kleinunternehmen von morgen. Selbst Intershop hat den Kampfgeist der Newcomer aus dem Internetlager schon zu spüren bekommen; Stellenbörsen haben ihren Kampf um Köpfe öffentlichkeitswirksam ausgetragen; auch Filmverleiher und Reise-Verkäufer im Internet haben sich einen Ruf als Marktschreier - nicht selten mit Hang zu böswilligen Aussagen zur Konkurrenz - erworben.

Dennoch weist der Streit zwischen der Pauke Service GmbH und der DCI AG, einem Anbieter von Handelsplattformen im Internet, mindestens eine Besonderheit auf: Der Goliath kommt aus der New Economy.
Die Fragen, die in dieser Kontroverse aufgeworfen werden, etwa die Reichweite des Urheberschutzes, werden in den Zeiten intelligenter Datenverknüpfungen noch häufig Thema sein. Selbstverständlich müssen sich Unternehmen darauf verlassen können, dass ihre Kreativität auch Schutz unterliegt. Gleichzeitig aber ist die Übernahme von Ideen und Darstellungsformen ein Innovationsmotor erster Güte. Schon Amazon hat - zu Recht - Gegenwind bekommen, als es sich nahe liegende Verkaufsformen ("One-Klick") schützen ließ und auf diese Weise den Wettbewerb behinderte.

Deutsche Unternehmen kopieren schon seit geraumer Zeit erfolgreich Internet-Konzepte aus den USA.
Noch viele Nischenanbieter werden zudem die Erfahrung machen, dass andere ihre Ideen auf kostenfreier Basis verwirklichen. Wie üblich gilt hier: Funktionierender Wettbewerb duldet keine Inseln. Und: Wer Verträge abschließt, sollte auch das Kleingedruckte lesen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×