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04.01.2008

07:30 Uhr

Barack Obamas Triumph in Iowa beweist, dass er die so lange als unschlagbare geltende Hillary Clinton bei den Demokraten doch schlagen kann. Es ist nur ein erster Etappensieg, aber er belegt die Durchschlagskraft des jungen Schwarzen. Sein Charisma und seine Botschaft überzeugen die Wähler. Und seine Organisation ist durchaus in der Lage, die gefürchtete politische Maschine von Hillary Clinton zu übertrumpfen.

Für Clinton blieb in Iowa der extrem undankbare dritte Platz, wenn auch nur haarscharf hinter John Edwards. Doch das reicht, um die Verhältnisse umzukehren. Jetzt muss sie in New Hampshire, wo schon in fünf Tagen gewählt wird, alles daran setzen, den Trend zu drehen. Sie hat bereits ihren Gatten Bill zur Hilfe gerufen. Aber gerade das könnte zum Problem werden: denn er steht wie viele andere Helfer Hillarys für eine Washingtoner Ära, an die die meisten Amerikaner nicht erinnert werden möchten.

Barack Obama ist nun in der Offensive. Er kann sich darauf verlassen, dass seine Botschaft wirkt: Nur er könne Amerika und sein Verhältnis zur Welt grundlegend verändern und die Spaltung des Landes überwinden. In New Hampshire liegt er in den Umfragen mit Clinton gleichauf, in South Carolina am 19. Januar weit in Führung. Daher könnte es gut sein, dass Obama mit einer klaren Führung in die entscheidende Runde, dem Super-Tuesday am 5. Februar geht.

Je mehr sich das Rennen auf den Zweikampf Obama/Clinton konzentriert, desto wichtiger wird die Frage, für wen sich die Anhänger Edwards entscheiden. Er hat in Iowa zwar einen soliden Achtungserfolg erlangt, aber gegen die Starpower und die Finanzkraft der beiden anderen kommt er auf Dauer nicht an. Auch Edwards wirbt mit dem Versprechen des Wandels und der Abrechnung mit dem Washingtoner Establishment – da ist es kaum vorstellbar, dass seine Wähler zu Clinton überlaufen. Bei Obama dagegen könnten sich viele wohl fühlen.

Unabhängig davon, wie der parteiinterne Wettkampf ausgeht zeigt Iowa, dass die Demokraten gegenüber den Republikanern weit im Vorteil sind. Die Beteiligung ihrer Wähler am Caucus war weit höher, die Spendeneinnahmen fließen reichlicher. Und neben den Riesen Obama und Clinton wirken die Kandidaten der Republikaner tatsächlich wie die sieben Zwerge.

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