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19.06.2000

13:09 Uhr

Konkurrenzkampf in der Chip-Industrie

AMD fordert mit Billig-Prozessor "Duron" erneut Intel heraus

Der neue Chip soll bis zu 25 % leistungsfähiger sein als der Intel Celeron-Prozessor.

dpa/had/fbs SUNNYVALE/NEW YORK. Mit einem neuen Billig-Prozessor will der Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD) seinen großen Rivalen Intel erneut herausfordern. Das kalifornische Unternehmen hat am Montag die Markteinführung des Chips "Duron" bekannt gegeben, der Intels Celeron-Prozessoren Konkurrenz machen soll. Der Chip sei bis zu 25 % leistungsfähiger als der Intel-Konkurrent, teilte AMD in Sunnyvale mit. Anders als die Athlon-Prozessoren von AMD, die für den professionellen Einsatz gedacht sind, soll der Duron für preiswerte PCs, Laptops und Kleincomputer im Konsumenten-Markt ausgelegt sein.

Der AMD Duron-Prozessor soll zunächst in drei Geschwindigkeiten von 700, 650 und 600 Megahertz auf den Markt gelangen. Er soll zwischen 192 und 112 $ kosten. Führende Computerhersteller wie Compaq, Fujitsu-Siemens, IBM, Hewlett-Packard und NEC planen nach Angaben von AMD bereits, Computer mit Duron-Chips anzubieten.

Der weltweite Umsatz der Chipindustrie hat 1999 mit 149 Mrd. $ eine Rekordmarke erreicht. Für das laufende Jahr erwartet der US Semiconductor Industry Association-Halbleiterverband (SIA) gar ein Wachstum von 21 Prozent auf 174 Mrd. $. 2001 sollen es dann 209 Mrd. $ werden. AMD und Intel liefern sich dabei seit Jahren ein Rennen um die leistungsfähigsten und schnellsten Prozessoren. Im März hatte AMD wenige Tage vor Intel erstmals die Ein-Gigahertz-Marke durchbrochen.

Intel hatte Anfang Juni die Markteinführung seines Billig-Mikroprozessors "Timna" verschieben müssen. Der "Timna"-Chip, gedacht als preiswerter Nachfolger der heutigen Celeron-Familie, soll nun erst im ersten Quartal 2001 auf den Markt kommen statt in der zweiten Hälfte dieses Jahres. Er soll vor allem in Geräten der Komsumelektronik eingesetzt werden. Als Grund für die Vertagung des "Timna"-Stapellaufs hatte der Halbleiterhersteller Probleme mit der Elektronikkomponente MTH (Memory Translation Hub) angegeben. Diese soll dafür sorgen, dass auf einem Board, das für schnelleren aber teureren Datentransfer zwischen Hauptplatine und Speicherchips (Rambus) ausgelegt ist, preisgünstigere SDRAM-Speicherbausteine eingesetzt werden können.



Intel baut Fabrik in Irland aus

Intel

gab unterdessen bekannt, dass die irische Leixlip-Fabrik, in der Celeron und Pentium III Prozessoren produziert werden, ausgebaut werden soll. Der Chipbauer will rund 2 Mrd. $ investieren. Durch die größere Produktionsanlage will das Unternehmen bis 2004 über 1000 neue Arbeitsplätze schaffen.



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