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03.01.2003

09:56 Uhr

Konsumklimaindikator sank deutlich

Deutsche Verbraucher weiter im Stimmungstief

Die Verbraucher in Deutschland blicken pessimistisch in das neue Jahr und lassen Hoffnungen auf eine stärkere Binnenkonjunktur zunächst ins Leere laufen.

Reuters NÜRNBERG. Vor allem die höheren Steuern, der schwache Arbeitsmarkt und der drohende Krieg im Irak drückten die Stimmung der Konsumenten, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit. Der monatlich von der GfK berechnete Konsumklimaindikator sank im Januar auf 4,5 Punkte nach 5,1 Punkten im Dezember. Eine nachhaltige Verbesserung des Konsumklimas sei nicht vor der zweiten Jahreshälfte zu erwarten, sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. "Damit dürfte der private Konsum der flauen Konjunktur kaum neue Impulse geben."

Konsumenten bleiben pessimistisch

Die GfK berechnet im Auftrag der EU-Kommission aus einer monatlichen Befragung von 2000 Verbrauchern jeweils das Konsumklima für den Folgemonat. Positive Werte signalisieren einen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahresmonat, negative Werte einen Rückgang des realen privaten Konsums, auf den in Deutschland rund 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entfallen. Aus der Dezember-Umfrage zog Bürkl das Fazit: "Der Pessimismus der Konsumenten hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung hielt an." So gab der GfK-Teilindikator für die Konjunkturerwartungen gegenüber November um 0,8 Punkte auf nun minus 26,5 Punkte nach. Bürkl sagte, die steigende Arbeitslosigkeit und der drohende Irak-Krieg ließen bei den Verbrauchern derzeit Hoffnungen auf eine spürbare wirtschaftliche Erholung in diesem Jahr schwinden.

Befragt nach ihren Einkommenserwartungen äußerten sich die Verbraucher etwas weniger skeptisch als im November, in dem allerdings wegen der Steuer- und Abgabendiskussion der niedrigste Wert seit neun Jahren gemessen wurde. Der Teilindex für die Einkommenserwartung stabilisierte sich im Dezember auf minus 21,4 Punkte nach minus 24,5 Punkten im November. Eine leichte Verbesserung verzeichnete die GfK auch bei der Bereitschaft der Verbraucher zum Kauf langlebiger Güter wie Kühlschränke oder Autos. Der entsprechende Teilindikator verzeichnete Zugewinne von mehr als 13 Punkten und lag im Dezember bei minus 42 Zählern. Im November hatte der Indikator mit minus 55,4 Zählern allerdings den tiefsten Stand der seit 1980 durchgeführten Umfrage erreicht.

Streiks wären zusätzliche Belastung

Bürkl sagte, die anstehenden zusätzlichen finanziellen Belastungen der Haushalte sowie die Furcht vor Arbeitslosigkeit würden die Verbraucher wohl davon abhalten, ihre ausgeprägte Kaufzurückhaltung aufzugeben. Streiks im öffentlichen Dienst könnten der Stimmung noch einen zusätzlichen Dämpfer verpassen. Einzig die stabile Preisentwicklung in Deutschland mit Inflationsraten von rund einem Prozent könnte stabilisierend auf die Konsumneigung wirken.

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