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29.01.2003

13:39 Uhr

Kontakte zu VW

Sauber plädiert für „Autos von der Stange“

In der Diskussion um die Finanzkrise der Formel 1 hat Rennstall-Chef Peter Sauber einen spektakulären Vorschlag ins Spiel gebracht. "Autos von der Stange" schlug der Vorgesetzte der beiden Mönchengladbacher Piloten Heinz-Harald Frentzen und Nick Heidfeld in einem Interview als beste Sparmöglichkeit vor.

HB/dpa MÜNCHEN. Die aktuellen Regeländerungen, die nach dem Willen des Weltverbandes FIA Kosten senken sollen, gehen Sauber offenbar noch nicht weit genug. "In der Formel 1 könnte man drastisch sparen, ohne dass das Publikum etwas davon merkt. Im Gegenteil: Die Fans würden davon profitieren", sagte der Schweizer der Tageszeitung "Die Welt".

"Mit Autos von der Stange wäre das Budget nur noch ein Drittel oder ein Viertel so hoch wie jetzt", kalkulierte der Teamchef. "Für den Zuschauer würde das kaum einen Unterschied machen", meinte er. Zudem würde das fahrerische Können seiner Ansicht nach wieder mehr zur Geltung kommen, wenn das Niveau der Autos gleich ist. "Was spricht etwa dagegen, wenn sich jedes Team seine Rennwagen bei einem Anbieter wie Lola einkauft und dann nur noch seine eigenen Sponsorensticker draufklebt? Die ganzen Entwicklungskosten samt Denkfabrik würden wegfallen." Auch bei den Ersatzteilen könne man gehörig sparen. Alleine das Sauber-Team transportiere zu jedem Rennen 25 Tonnen Gepäck.

Die immer wieder auftauchenden Gerüchte, wonach der VW-Konzern zusammen mit Sauber Interesse an einem Formel-1-Einstieg haben soll, kommentierte der Schweizer zurückhaltend: "Ich will so sagen: Wir sind nicht im Gespräch mit VW, sondern es gibt immer wieder Kontakte." Ihm sei wichtig, dass VW-Chef Bernd Pischetsrieder wisse: "Falls er übermorgen in die Formel 1 gehen will, wäre es schön, wenn wir vorher noch einmal darüber sprechen könnten." Derzeit werden die Sauber-Autos von Ferrari-Motoren des Vorjahres, die den Namen des Teamsponsors Petronas tragen, angetrieben.

Ein Ende des finanziellen Abschwungs in der Formel 1 ist nach Saubers Meinung noch nicht in Sicht: "Mir war schon vor Jahren klar, dass mit dem Einstieg von immer mehr Werkteams die Situation überhitzen könnte. Nun haben wir die Abflachung, und es wird noch mehr werden."

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