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08.02.2001

11:59 Uhr

afp LYON/STRAßBURG. Mit Arbeitsniederlegungen und einer Demonstration in Lyon haben rund 300 Beschäftigte des deutsch-französischen Aventis-Konzerns am Donnerstag gegen eine geplante Umstrukturierung der Agrar-Sparte protestiert. Die Mitarbeiter zogen am Vormittag vor das Lyoner Kongresszentrum, wo Frankreichs Staatschef Jacques Chirac das internationale Symposium über Gentechnik und Biomedizin, BioVision, eröffnete. Wie die Gewerkschaften mitteilten, richtet sich der Protest gegen die geplante Verlegung von Forschungseinrichtugen der Aventis-Saatgut-Tochter CropScience von Lyon nach Frankfurt am Main.

Ein Sprecher des aus der Fusion der Pharma- und Chemiekonzerne Hoechst und Rhône-Poulenc entstandenen Aventis-Konzern mit Sitz in Straßburg bestätigte, dass die derzeit in Deutschland, Frankreich und Großbritannien angesiedelten Forschungsaktivitäten von CropScience neu organisiert werden sollen. Demnach wird die "innovative Forschung" auf Frankfurt konzentriert; die Forschungs-Entwicklung soll in Lyon bleiben, für die toxikologische Abteilung soll ein Aventis-Labor bei der Mittelmeerstadt Nizza zuständig sein. Durch diese Transfers würden in Lyon "maximal 50 Stellen" wegfallen, betonte der Sprecher. Insgesamt seien etwa 150 Versetzungen geplant, Kündigungen seien nicht vorgesehen. CropScience beschäftigt den Angaben zufolge weltweit rund 16 000 Mitarbeiter, davon etwa 2 000 in Frankreich.

Die Aventis-Aktie stieg leicht um 0,41 % auf 85,15 Euro. Am Vortag hatte das Europäische Patentamt (EPA) in München ein Patent des deutsch-französischen Konzerns auf bereits landwirtschaftlich genutzte gentechnisch veränderte Pflanzen genehmigt. Damit wies die Behörde einen Einspruch der Umweltschutzorganisation Greenpeace zurück.

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