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13.01.2003

08:21 Uhr

Konzern durch Verkauf der Rücksparte attraktiver geworden

Gerling-Aktionäre prüfen Verkaufsalternativen

Die Eigentümer des Versicherungskonzerns Gerling (Rolf Gerling 65,5 %, Deutsche Bank 34,5 %,) suchen einen Käufer. Die Chancen einer Übernahme durch den Hannoveraner HDI-Konzern sind weiter gesunken. "Der HDI ist nicht unsere einzige Option", hieß es aus Gerling-Kreisen.

Die Gerling-Zentrale in Köln. Foto: dpa

Die Gerling-Zentrale in Köln. Foto: dpa

ali/cd/rl DÜSSELDORF. So sei die deutsche Industrie weiterhin bemüht, ausreichend Kapital für eine Beteiligung an der Gerling-Holding zusammen zu bekommen. August Oetker, persönlich haftender Gesellschafter des Oetker-Konzerns, hält derzeit Ausschau nach geeigneten Partnern. Außerdem sind einige Private-Equity-Gesellschaften am Gerling-Konzern interessiert.

Unternehmensnahe Kreise bestätigten Medienberichte, denen zufolge der HDI Mitte Dezember den Gerling-Aktionären ein Angebot vorgelegt hat. Danach will der HDI die operativen Gesellschaften von HDI und Gerling unter der Zwischenholding Talanx zusammenschließen. Bei diesem Deal würden die Gerling-Aktionäre aber lediglich mit Talanx-Aktien abgefunden, die nicht börsennotiert sind. Zudem sollen sie weniger als eine Sperrminorität von 25 % an der Talanx erhalten. Eine Barangebot für die Übernahme der Aktien, die die beiden Gerling-Aktonäre fordern, hat der HDI-Konzern bislang nicht gemacht. Dem HDI-Angebot liegt eine Bewertung des Gerling-Konzerns mit einer Mrd. Euro zu Grunde. Dagegen sieht Gerling-Chef Heinrich Focke den Wert des Konzerns bei zwei bis drei Mrd. Euro. Schon wegen dieser Diskrepanz gilt es als unwahrscheinlich, dass die Gerling-Eigner sich auf das HDI-Angebot einlassen werden. Allerdings soll über das Angebot erst in den kommenden Tagen konkret verhandelt werden.

Der Versicherungskonzern sei mittlerweile attraktiver für eine Übernahme geworden, hieß es aus Gerling-Kreisen. Der Grund: Der Kölner Versicherungskonzern hat seinen verlustreichen Rückversicherer an den Investor Achim Kann verkauft. Zudem wird derzeit über ein hartes Sparprogramm für den Rest des Konzerns mit dem Betriebsrat verhandelt.

Darüber hinaus hat der HDI-Konzern das Interesse an Teilen des mittlerweile weiterveräußerten Rückversicherungsgeschäfts von Gerling verloren. "Bei mir hat die Hannover Rück bisher noch nie ein Interesse an der Übernahme eines Teils des Lebensrückversicherungsgeschäfts der Gerling Globalen Rück angemeldet", sagte Achim Kann gegenüber dem Handelsblatt. Die Hannover Rück ist eine Tochter des HDI-Konzerns. "Die Gespräche sind im Sande verlaufen", bestätigt Elke König, Finanzvorstand der Hannover Rück, dem Handelsblatt. Nach anfänglichem Interesse an Teilen des Vertragsportfolios von Gerling Rück habe die Hannover Rück sich im Spätherbst gegen ein Engagement entschieden.

Quelle: Handelsblatt

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