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04.06.2000

14:37 Uhr

Konzern will Anteile an Barnesandnoble.com erhöhen

Bertelsmann bündelt E-Commerce

VonJörg Schäfer

Bertelsmann setzt voll auf elektronischen Handel und schafft dafür eine neue E-Commerce-Gruppe. In drei Jahren will der Konzern bereits 4 bis 5 Mrd. US-Dollar jährlich mit E-Commerce umsetzen.

Chef der neuen E-Commerce-Gruppe im Konzern wird der 39-jährige Internet-Pionier Andreas Schmidt, der bislang AOL Europe leitete. "Mein Ziel ist, dass wir wirklich führend im E-Commerce werden", so Schmidt. Teil der Gruppe sind unter anderem die Online-Buchläden Bol.com, der in 13 verschiedenen Ländern verkauft, und Barnesandnoble.com in den USA, über deren Fusion nach dem verschobenen Börsengang von Bol spekuliert wird. Bertelsmann ist zu 40 Prozent an dem amerikanischen Shop beteiligt. "Wir haben noch keine Entscheidung über eine gemeinsame Markenstrategie getroffen", sagte Schmidt gegenüber Handelsblatt.com, "denken aber darüber nach, unseren 40-Prozent-Anteil an Barnesandnoble.com zu erhöhen."

Risikokapital für neue Technologien

Weitere Standbeine der neuen E-Commerce-Gruppe sind der Mobile Commerce über Handys und der Verkauf von Medieninhalten über Breitbandkabel im interaktiven Fernsehen. So wird die Hamburger Breitbandgruppe, die zur Zeit interaktives Fernsehen in Köln und Frankfurt erprobt, in den Unternehmensbereich integriert. Neue Technologien sind wichtig für den elektronischen Handel, und deshalb verfügt die neue E-Commerce-Gruppe auch über eine eigene Riskiokapital-Gesellschaft. "Wir wollen eng mit anderen Venture-Capital-Firmen zusammenarbeiten", so Schmidt.

Neuer Unternehmensbereich

Die E-Commerce-Gruppe wird Teil des neuen Unternehmensbereichs "Bertelsmann Direkt", der zum 1. April 2001 unter der Leitung des immer wichtiger werdenden Multimediavorstands Klaus Eierhoff entsteht und in dessen Bereichsvorstand Andreas Schmidt Platz nehmen wird. Dass der Unternehmensbereich erst im April entsteht, hat mit der Nachfolgeregelung für Bertelsmann-Buchvorstand Frank Wössner zu tun.

Wössner muss im April mit 60 Jahren aus seinem Amt ausscheiden. Bis dahin verantwortet er noch die Bertelsmann Buchclubs, deren wirtschaftliche Entwicklung der Konzernspitze seit einiger Zeit Sorgen bereitet und die nach seinem Ausscheiden dem neuen Unternehmensbereich "Bertelsmann Direkt" zugeordnet werden. Bereits im Dezember hatte der viertgrößte Medienkonzern der Welt entschieden, dass der Chef der amerikanischen Verlags Random House, Peter Olson, als Nachfolger Wössners künftig alle Bertelsmann-Verlage verantworten wird und als erster Amerikaner in den Gütersloher Konzernvorstand aufrückt.

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