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19.07.2000

09:53 Uhr

Konzernergebnis 2000 soll um über zehn % gesteigert werden

Münchener-Rück-HV im Zeichen strategischer Fragen

Münchener Rück und Allianz AG wollen bis Ende 2003 ihre gegenseitige Beteiligung von 25 auf jeweils 20 % reduzieren.

vwd MÜNCHEN. Auf der Hauptversammlung der Münchener Rückversicherungs AG-Gesellschaft am Mittwoch in München dürften strategische Aspekte im Mittelpunkt stehen. So wird der Vorstandsvorsitzende Hans-Jürgen Schinzler den Aktionären nach der Zustimmung des Bundesrates zur Steuerreform zu Fragen wie der zukünftigen Dividendenpolitik oder der Neuordnung des Beteiligungsbesitzes Auskunft geben müssen. In diesem Zusammenhang wird vermutlich auch das zukünftige Verhältnis des größten Rückversicherers der Welt zur Allianz AG eine Rolle spielen, nachdem beide Unternehmen bis Ende 2003 ihre gegenseitige Beteiligung in mehreren Stufen von 25 auf jeweils 20 % reduzieren wollen.

Diese Transaktion wird der Münchener Rück etwa fünf Mrd Euro in die Kassen spülen, die nach Angaben des Unternehmens für den Ausbau der Kerngeschäftsfelder verwendet werden sollen. Offen ist auch noch die Frage nach den zukünftigen Beziehungen zur HypoVereinsbank AG (HVB). Die momentane gemeinsame Vertriebskooperation von Münchener Rück und Allianz bei der HypoVereinsbank AG und der Dresdner Bank AG stelle keine "Ideallösung" dar, räumte Schinzler vor wenigen Tagen in einem Interview ein. Auch nach der gescheiterten Fusion von Dresdner Bank und Deutscher Bank sei die HVB aber nach seiner Ansicht weiterhin ein denkbarer Vertriebspartner.

Schinzler dürfte nach Einschätzung von Marktbeobachtern auch auf die drohende Streichung der Münchener-Rück-Aktie aus dem europäischen Stoxx-Index eingehen, nachdem in Zukunft bei der Gewichtung die Höhe des Streubesitzes ausschlaggebend sein wird. Neue Unternehmenszahlen sind auf der Hauptversammlung nicht zu erwarten. Nach Ansicht von Christian Hamann von der Bayerischen Landesbank wird die Münchner Rück in ihrem Ausblick für das laufende Jahr den positiven Trend im Rückversicherungsgeschäft bekräftigen.

Nach dem durch die hohe Schadensbelastung "rabenschwarzen" Geschäftsjahr 1999 zeigt sich der Versicherungskonzern für das laufende Geschäftsjahr optimistisch. So soll das Konzernergebnis 2000 um über zehn Prozent auf mehr als 1,2 Mrd Euro gesteigert werden. Auch in den kommenden Jahren will der Rückversicherer den Gewinn nach Steuern jährlich um mindestens zehn Prozent erhöhen.

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