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04.03.2003

08:48 Uhr

Konzerngewinn sank um 58 Prozent

Post will Dividende erhöhen

Die von der EU auferlegte Beihilfe-Rückzahlung hat den Gewinn der Deutschen Post AG im Geschäftsjahr 2002 erwartungsgemäß stark schrumpfen lassen.

rtr/dpa/vwd DÜSSELDORF. Das Restrukturierungsprogramm "Star" zeige aber erste Erfolge, teilte die Post am Dienstag in Bonn mit.

Der Konzerngewinn sei vorläufigen Zahlen zufolge um 58 Prozent auf 0,66 Milliarden Euro gesunken, hieß es in der Pflichtmitteilung der Post. Grund hierfür sei der Beschluss der EU-Kommission vom vergangenen Sommer, wonach der ehemalige Staatskonzern unrechtmäßig erhaltene Beihilfen des Staates sowie die angefallenen Zinsen in Höhe von insgesamt 907 Millionen Euro an die Bundesregierung zurücküberweisen muss. Die Post hatte dafür bereits in ihrer Halbjahresbilanz Vorsorge in Höhe von zunächst 850 Millionen Euro getroffen.

Die EU-Kommission hatte ihre Entscheidung mit dem Verdacht auf so genannte Quersubventionen begründet. Danach hat die Post mit Hilfe ihrer Gewinne aus dem Briefmonopol ihren Paketdienst subventioniert.

Der Vorstandsvorsitzende Klaus Zumwinkel erklärte, der Post sei es in einem konjunkturschwachen Geschäftsjahr wiederum gelungen, gute Ergebnisse zu erzielen und die "fundamentale Stärke und Solidität" des Konzerns zu belegen. "Diese Stärke wollen wir auch durch eine Steigerung der Dividende unterstreichen." Die von der Kursentwicklung her nicht verwöhnten Anteilseigner - die Notierung liegt weit unter dem Ausgabepreis - können für 2002 mit einer Ausschüttung von 0,40 Euro je Aktie rechnen nach 0,37 (2000: 0,27) Euro im Jahr zuvor.

Zum Geschäftsjahr 2002 teilte die Post am Dienstag weiter mit, alle Konzernbereiche hätten ihre geplanten Ergebnisziele erreicht oder übertroffen. Der Umsatz habe sich um 17,6 Prozent auf 39,3 Milliarden Euro erhöht. Das Restrukturierungsprogramm "Star" habe bereits erste Erfolge gezeigt, hieß es. Daher bekräftigte die Post, ihr Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bis 2005 auf 3,1 Milliarden Euro steigern zu wollen. 2002 habe das Ebita 2,4 Milliarden Euro betragen.

Für dieses Jahr sind die Ertragsaussichten bereits durch die Porto-Senkung getrübt. Ohne diese außerordentliche Belastung lag der Jahresüberschuss mit rund 1,6 Milliarden Euro etwa auf Vorjahresniveau. Ungeachtet der Sonderbelastungen seien die Gewinnerwartungen in einem konjunkturschwachen Jahr insgesamt übertroffen worden, berichtete die Post über die vorläufigen Geschäftszahlen.

Die endgültigen Zahlen will die Post bei der Bilanzpressekonferenz am 25. März präsentieren.

An der Frankfurter Börse zog der Kurs der Post - Aktie am Dienstagvormittag um 1,72 Prozent auf 9,28 Euro an.

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