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24.01.2001

19:30 Uhr

Konzernstruktur künftig straffer

AOL Time Warner streicht über 2 000 Stellen

AOL Time Warner, Dulles, plant, mehr als 2 000 Arbeitsplätze abzubauen. Dies sei ein Anzeichen dafür, dass der vor kurzem fusionierte Mediengigant schnell mit Restrukturierungsmaßnahmen beginnen will. Die Ankündigung zu dem Stellenabbau kommt eine Woche, nachdem die CNN News Group, eine wichtige Geschäftseinheit von AOL, ebenfalls angekündigt hatte, die Zahl ihrer Angestellten um 400 zu verringern. Insgesamt sollen im Zusammenhang mit der Fusion von AOL und Time-Warner 2 400 Arbeitsplätze gestrichen werden. Das entspricht 3 % der Gesamtbelegschaft.

bba NEW YORK. Manager des Konzerns rechnen damit, dass die aktuellen Entlassungen voraussichtlich die letzten sein werden. Trotzdem werden noch einige weitere Einheiten geprüft. "Wir sollten die Gelegenheit wahrnehmen, um die Uhr wieder auf Null zu stellen, und sichergehen, dass wir so straff und fokussiert wie möglich arbeiten", sagte Richard Parsons, Co-Chief Operating Officer.

AOL Deutschland ist eigenen Angaben zufolge nach der Fusion nicht von einem möglichen Stellenabbau betroffen. Es sei keine Reduzierung der Mitarbeiterzahl geplant, äußerte sich ein AOL-Deutschland-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. In einigen Bereichen werde bei AOL Deutschland sogar noch Personal gesucht, sagte der Sprecher weiter. In der deutschen Zentrale in Hamburg seien derzeit rund 500 Mitarbeiter beschäftigt. Hinzu kämen rund 1 200 Call-Center-Mitarbeiter.

Von den Streichungen in den USA sind neben einer AOL-Niederlassung in Virginia noch weitere Unternehmenseinheiten betroffen, die Content liefern: Dazu gehören zum Beispiel der Verlag Time Inc., die Warner Music Group und die beiden Filmunternehmen Warner Bros. und New Line Cinema.

Für das aktuelle Geschäftsjahr hat sich der Konzern ehrgeizige Gewinnzuwächse vorgenommen. Die aktuellen Streichungen, so Pittman, seien nicht durch notwendige Einsparungen begründet. Vielmehr sollen sie zu einer strafferen Konzernstruktur und-organisation führen.

Für die im Unternehmen verbleibenden 82 500 Angestellten will AOL Time Warner ein Aktienoptionsprogramm auflegen. In den Genuss dieses Programms sollen sämtliche Angestellten kommen, die auf der Gehaltsliste stehen. Die Unternehmensstrategie sehe künftig vor, sich bei Gehaltszahlungen stärker auf Aktien denn auf Barzahlungen zu konzentrieren, erklärten die beiden AOL Co-Chief Operating Officers Robert Pittman und Richard Parsons.

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