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01.02.2001

12:25 Uhr

dpa SEOUL. Knapp 13 Jahre nach dem mysteriösen Absturz eines Flugzeugs der Korean Air mit 115 Insassen haben die Hinterbliebenen und andere Gruppen in Südkorea neue Ermittlungen und ein Verfahren gegen den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il wegen Terrorismus gefordert. Der Verband der Hinterbliebenen der Opfer des KAL-Flugs 858 von 1987 reichte am Donnerstag einen "Beschwerdebrief" gegen Kim bei der Bezirksstaatsanwaltschaft in Seoul ein. Darin wird Kim vorgeworfen, Drahtzieher eines Sprengstoffanschlags auf das Flugzeug gewesen zu sein.

Kim werden in dem Schriftsatz "Verletzung des Staatlichen Sicherheitsgesetzes, Tötung durch Sprengmittel und andere Vergehen" vorgeworfen. Andere Bürgergruppen, darunter anti-kommunistische Organisationen und Veteranenverbände, forderten die Festnahme Kims während seines Besuchs in Seoul. Die Gruppen reichten ihrerseits eine "Klageschrift" ein, in dem Kim unter anderem Tötung, Terrorismus und Entführung von Südkoreanern vorgeworfen wird.

Die Gruppen beschuldigen Kim, zwei Agenten damit beauftragt zu haben, die KAL-Maschine während ihres Fluges zur Explosion gebracht zu haben. Mit dem Anschlag habe "die weltweite Aufmerksamkeit auf die Sicherheitsfragen der Olympischen Spiele in Seoul (1988) gelenkt" werden sollen. Man habe die Länder von der Teilnahme an den Spielen und schließlich Seoul von der Austragung der Olympiade abbringen wollen, hieß es in der Schrift des Hinterbliebenen-Verbandes. Eine Kopie sei auch an die UN geschickt worden.

Die Maschine war damals auf dem Wege von Bagdad nach Seoul, als sie nach südkoreanischen Angaben bei Birma in der Luft explodierte. Seit dem historischen Nord-Süd-Gipfel im vergangenen Juni hat sich das politische Klima auf der koreanischen Halbinsel spürbar gebessert. Bei einem Treffen mit dem südkoreanischen Staatspräsidenten Kim Dae Jung hatte Kim Jong Il einen Gegenbesuch in Seoul zugesagt.

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