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28.07.2000

09:41 Uhr

dpa WASHINGTON. Der "Musikpirat" Napster hat Berufung gegen die am Mittwoch angeordnete vorläufige Schließung seiner populären Tauschbörse in Internet eingelegt. Das berichteten US-Fernsehsender am Donnerstagabend (Ortszeit). Sollte dem Antrag nicht statt gegeben werden, muss die Internet-Tauschbörse um Freitag Mitternacht (Ortszeit Kalifornien - 9.00 MESZ Samstag) ihre Seite schließen.

Ein Gericht in San Francisco hatte die vorläufige Schließung mit der Begründung angeordnet, dass die Napster-Webseite ausschließlich zum Kopieren von urheberrechtlich geschützter Musik eingerichtet worden sei. Napster-Anwälte ihrerseits hatten argumentiert, dass keine Gesetze verletzt worden seien. Firma und Benutzer machten lediglich vom Grundrecht auf Redefreiheit Gebrauch, indem sie aufgezeichnete Musik mit anderen Musikliebhabern teilten. Ein abschließendes Urteil wird Ende des Jahres erwartet.

Durch den Zugriff auf die Napster-Website konnte sich bisher jeder Computer-Besitzer ein Programm aus dem Internet herunterladen, mit dem er Zugriff auf Hunderttausende von Musiktiteln hat. In den USA ist das Programm vor allem bei jüngeren Computerfreaks sehr beliebt. Die Zahl der Napster-Fans wird auf 20 Mill. geschätzt. In Chatrooms forderten sich Napster-Fans gegenseitig auf, noch so viel Songs wie möglich zu kopieren.

Das kleine Unternehmen aus San Mateo (Kalifornien) war im Dezember vergangenen Jahres vom einflussreichen Verband der US-Musikindustrie verklagt worden. In der Vereinigung sind unter anderem Seagram, EMI und die Bertelsmann AG vertreten.

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