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09.03.2004

13:00 Uhr

Korruptionsverdacht

Löwen-Präsident Wildmoser in Haft

Der Präsident des Fußball- Bundesligisten TSV 1860 München, Karl-Heinz Wildmoser, sein Sohn sowie zwei weitere Beschuldigte sind wegen des Vorwurfs der Bestechlichkeit im Zusammenhang mit dem Neubau des Münchner Fußballstadions festgenommen worden. Auch Geschäftsräume des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München wurden nach Polizeiangaben durchsucht.

Karl-Heinz Wildmoser ist verhaftet worden. Foto: dpa

Karl-Heinz Wildmoser ist verhaftet worden. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Die österreichische Baufirma Alpine soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft zu überteuerten Konditionen an Aufträge gelangt sein und im Gegenzug beiden Wildmosers insgesamt 2,8 Mill. ? an Schmiergeldern gezahlt haben. Der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld sagte, beiden Wildmosers werde Steuerhinterziehung und Bestechlichkeit vorgeworfen. Gegen Wildmoser Junior richte sich zudem der Vorwurf der Untreue, sein Vater werde der Beihilfe zur Untreue beschuldigt. Wildmoser Senior habe sich zur Sache selbst nicht geäußert. "Herr Wildmoser Senior wird die Nacht in München-Stadelheim verbringen", sagte Schmidt-Sommerfeld in Anspielung auf die Münchener Justizvollzugsanstalt.

Generalstaatsanwalt Karl Huber sagte am Abend in der ARD, einer der Beschuldigten habe inzwischen ein Geständnis abgelegt. "Wildmoser senior und ein weiterer Strohmann sind in Untersuchungshaft", sagte Huber weiter. Nach seinen Angaben müssen Vater und Sohn Wildmoser mit bis zu fünf Jahren Haft und Geldstrafen rechnen. Auch die Verantwortlichen der Baufirma würden nicht straffrei ausgehen: "Sie sind wegen aktiver Bestechung im Geschäftsverkehr strafbar." Ein Sprecher der Ermittlungsbehörde stellte klar, das Geständnis stamme nicht von einem der beiden Wildmosers. Der Haftbefehl gegen den zur Kooperation bereiten Beschuldigten sei außer Vollzug gesetzt worden. Zunächst war nur von zwei Verhaftungen die Rede gewesen.

Der Traditionsverein TSV 1860 zeigte sich überzeugt, die Vorwürfe entkräften zu können. Die Baufirma Alpine aus Österreich war zunächst nicht zu erreichen. Der ebenfalls am Stadionbau beteiligte Münchener Fußballkonkurrent FC Bayern München ist bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft zufolge nicht in den Skandal involviert.

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